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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

11. August 2017

Josef M. Waldegger, Schwiegermutter süß-sauer




Martin ist pleite! Nicht nur das, er ist frisch geschieden.
Sein Leben war außer Kontrolle geraten, bis er auf Eloïse traf!
Eloïse ist sein Traum von einer Frau. Unkompliziert, liebenswürdig und vor allem - verliebt in Martin.
 

Eine perfekte Zukunft wartet auf ihn, wäre da nicht Marie-Madeleine, seine Schwiegermutter in Spe!
In jeder Lebenslage und zu allem hat sie ihre Meinung!
Was passiert mit der Liebe, wenn die Schwiegermutter, blind vor Angst um ihr einziges Kind, das Leben des Pärchens nach ihren Vorstellungen gestalten will?
Ist Martin stark genug für diesen Kampf der Widder?





Leseprobe:


Teil I - Möge das Spiel beginnen!

Kapitel I

Es war ein schöner, warmer Septembertag. Meine Lebensgefährtin Eloïse hatte ein Treffen mit ihren Eltern zum gegenseitigen Kennenlernen arrangiert. »Auf neutralem Boden«, wie sie so schön sagte. In einem Restaurant mitten in Strasbourg wollten wir zum gemeinsamen Mittagessen zusammenkommen.
Sieben Stunden Zugfahrt hatten wir hinter uns gebracht, um ihre Eltern zu besuchen. Eine lange Fahrt, in der sie mir viel über ihre Mutter erzählt hatte, was mich zunehmend beunruhigte. Marie-Madeleine, schon der Name ließ mich vor Ehrfurcht erzittern.
»Meine Mutter wird dich analysieren«, wurde ich vorgewarnt. »Sie arbeitet in einer psychiatrischen Tagesklinik. Den ganzen Tag hat sie senile alte Menschen um sich, darum kann sie es nicht lassen, alles und jeden wie eine Zitrone auszuquetschen. Im Großen und Ganzen ist sie ein herzensguter Mensch. Sie hat nur so ihre Probleme, neue Beziehungen zuzulassen. Versuche nicht, sie zu umarmen. Wenn du mit ihr sprichst, vermeide es, ihr zu widersprechen und wenn doch, dann auf eigene Gefahr. Sie ist vom Sternzeichen ein Widder, der immer mit dem Kopf durch die Wand gehen muss.«
Na das kann ja heiter werden!, dachte ich bei mir. Ich bin ja auch nicht dafür bekannt, gerne und oft nachzugeben oder meinen Standpunkt zu überdenken - Widder eben.
»Wenn du mit ihr redest, schau ihr direkt in die Augen, das ist ihr sehr wichtig. Erwarte keine übersprudelnde Reaktion ihrerseits, sie weiß nämlich nicht, wie sie eine emotionale Zuneigung zeigen kann.«
Ich sackte innerlich zusammen. Was erwartete mich da nur? Werde ich, wie einst Marie-Antoinette, eine Landsfrau von mir, auf der Guillotine enden? Das ist uns Österreichern ja öfter mal so ergangen in der Vergangenheit. Unwillkürlich strich ich über mein Genick.
»Bitte denke dran, nicht widersprechen. Faulenzen geht gar nicht. Arbeitslos darf man nicht werden, da ist sie furchtbar penibel. Sie ist Elsässerin und unsagbar stolz darauf.«
Ich wurde das Gefühl nicht los, dass Eloïse sich vor dem Zusammentreffen mit ihren Eltern mehr fürchtete, als ich.
»Nicht zu vergessen mein Vater, auch ein Elsässer und kein Hase’bock, der ist ein ruhiger Mann. Ich bin sein Ein und Alles! Mein Vater hat mich immer unterstützt und gefördert. Er besitzt viel Humor, liebt das Leben und den Genuss. Du wirst sehen, ihr werden euch sofort verstehen.«
»Apropos Verstehen, wie werden wir uns unterhalten? Elsässisch, Deutsch, oder Französisch?«, erkundigte ich mich. Das Schlimmste für mich wäre Französisch, denn meine Kenntnisse waren, gelinde gesagt, rudimentär. Eloïse erzählte weiter von ihrem Papa, Simon heißt er, ohne auf meine Frage einzugehen. Simon Suzette, der Mann, der meiner Eloïse den so passenden Namen gegeben hatte. Sie war meine Crêpes Suzette, leicht und süß, ein wenig säuerlich mit einem angenehm herben Beigeschmack.
»Es ist schwer, ihn aus der Ruhe zu bringen, er ist sehr einfach gestrickt. Was ihn nicht interessiert, lässt ihn kalt. Große Baumaschinen, da ist er sofort Feuer und Flamme. Er mag nur Maurer und Straßenbauer sein, aber darin ist er ein Meister und stolz darauf. Er musste schon als Kind für seine Familie sorgen. Mein Papa ist ein Schaffer, wie man im Elsass sagt. Ihr beide werdet euch verstehen, da bin ich mir sicher.«
Ich war mir nicht wirklich im Klaren, ob ich mir dessen schon so sicher war und es auch sein wollte. Wir kannten uns seit ungefähr vier Monaten. Beide hatten wir bereits eine Scheidung nebst Rosenkrieg durchgemacht und sehnten uns nach einem Neubeginn! Durch einen glücklichen Zufall standen die Weichen für unsere Beziehung bisher gut. Sofern ich den, mir in Aussicht gestellten Job wirklich ausüben wollte, musste ich ihre Familie im Schnelldurchlauf kennen lernen. Es gab keine Geschwister, zumindest auf ihrer Seite, sie war ein glückliches Einzelkind, wie beneidenswert. Wie sehr hatte ich mir das früher gewünscht, mit meinen zwei Brüdern und zwei Schwestern war es nicht immer einfach. Ich lernte früh, meinen Willen durchzuboxen sowie auch mal auf der Strecke zu bleiben.
Nun denn, auf zum Schafott! Zumindest dem Gefühl nach. Was sollte ich noch beachten? Ach ja, nicht Rauchen, das mögen die beiden nicht so sehr. Eigentlich darf nur die Schwester von Marie-Madeleine rauchen. Auch Eloïse musste sich da heute zusammenreißen.
Wie es sich für einen gut erzogenen Mann gehörte, versuchte ich, der Mutter meiner großen Liebe zu gefallen. Nervös wie ein Schuljunge vor dem ersten Schultag klammerte ich mich an Eloïse bzw. meiner Zigarette fest, während wir durch den sonnendurchfluteten Park zu dem vereinbarten Restaurant spazierten. Ich hatte mir fest vorgenommen, während der nächsten Stunden auf die Glimmstängel zu verzichten.
Aber, wollte ich wirklich eine Frau kennen lernen, die den Erzählungen nach versucht, jeden Menschen zu analysieren, der ihr über den Weg läuft? Sie arbeitet den ganzen Tag mit bekloppten und sieht anscheinend in jedem anderen Menschen einen weiteren potentiellen Anwärter für ihr Narrenhaus. Was wird sie von mir denken, einem Mann, der mit seiner ersten Frau zwei Kinder hat und nun ihre Tochter in die Fremde entführen möchte?
Ich wollte schon einen Rückzieher machen, meiner Eloïse irgendeine fadenscheinige Ausrede erzählen, warum ich sofort zurück nach Tirol fahren muss oder spontan Männergrippe bekommen habe, doch es war zu spät. Wir standen bereits in der Gaststube und der Kellner brachte uns zu unserem Tisch. Wenigstens waren wir nicht zu spät, eher eine Viertelstunde zu früh. Das gab mir die Gelegenheit, noch einmal tief durchzuatmen und mich auf diesen Augenblick vorzubereiten.
Weit gefehlt, im nächsten Augenblick stand Eloïse auf und zog mich am Ärmel ruppig hoch. »Steh auf, da kommen meine Eltern.« Dabei deutete sie auf das ungleiche Pärchen, das gerade am Tresen auf den Kellner wartete.
So sahen sie also aus, meine Schwiegereltern in spe. Eine Frau, Mitte fünfzig, brünettes Haar, frisch gefärbt und dauergewellt. Das Gesicht wirkte durch die goldgerahmte Brille strenger, als es in Wirklichkeit war. Auf den ersten Blick handelte es sich um eine ›Grande Dame‹, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Die Frau wusste, was sie wollte. Sie war mir nicht unsympathisch trotz der Erzählungen von Eloïse. An ihrer Seite ein Mann mit wettergegerbtem Gesicht, kurz gelocktem, braungrauen Haar, ein freundliches, ansteckendes Lachen auf den Lippen. Selbst aus dem Blick, den er uns schenkte, als er seine Tochter sah, sprühte Glück und Freude darüber, dass Eloïse von ihrem Ex-Mann losgekommen war.
Das also waren sie, Herr und Frau Suzette, die Eltern meiner Angebeteten. Nach einer kurzen Begrüßung nahmen wir Platz. Ich saß am Fenster, rechts neben mir Eloïse, mir gegenüber Marie-Madeleine, daneben ihr Mann Simon. Schweigend studierten wir die Karte. Oh verdammt, alles in Französisch, ich hatte keinen Schimmer, was ich bestellen sollte.
Ich war eingeladen, das wusste ich, doch was wurde von mir erwartet? Durfte ich mir ein saftiges Steak erlauben oder sollte ich bei typisch elsässischer Hausmannskost bleiben? War es hier üblich, mittags ein kleines Bier zum Essen zu trinken, ein Glas Rotwein oder saßen mir da etwa zwei Abstinenzler gegenüber? All dies beschäftige mich dermaßen, dass ich die Frage von Simon erst wahrnahm, als Eloïse mich vorsichtig mit ihrem Fuß antippte.
»Schnuggi, mein Vater möchte wissen, ob du auch einen Picon zum Aperitif trinkst?«
Betreten schaute ich von der Karte auf. Ohne zu wissen, was ein Picon ist, nickte ich verlegen. Während ich erneut die Karte studierte, wurde der Aperitif serviert. Wir stießen auf unser Wohl an, gleich darauf versanken unsere Köpfe erneut in der Speisekarte. Gedanklich versuchte ich herauszufinden, was ein Picon war, während ich mich durch das französische Speisenangebot kämpfte.
Nach einem weiteren Schluck Picon, für die beiden Damen gab es Kir, aber nicht Royale, ging das Verhör los. Anfangs waren es harmlose Fragen, wie alt ich bin, warum ich mich habe scheiden lassen, ob ich Kinder habe, was ich beruflich mache, alles wichtig, aber harmlos. Ich antwortete ehrlich und offen, vielleicht ein wenig zu offen, denke ich manches Mal im Nachhinein.
Das erste Treffen mit meinen zukünftigen Schwiegereltern endete mit einer herzlichen Umarmung, vielen Küsschen und, wie mir Eloïse am selben Abend noch erzählte, zwei Daumen Hoch von Marie-Madeleine.
Meine Ängste waren unbegründet, niemand versuchte, mich zu analysieren, oder spielte Sigmund Freud. Ich war erleichtert.

Der Autor


Josef M. Waldegger ist ein Kind der späten 60ger, gebürtiger Tiroler und lebt seit mehreren Jahren im Süden Frankreichs in einem kleinen Dorf. Er ist seit einer schweren Erkrankung sehr Menschenscheu, darum genießt er die Abgeschiedenheit, in der er nun lebt.

Ab und an, bei einem guten Gläschen Rotwein, lässt er sich dazu überreden, eine seiner humorvollen Geschichten zu Erzählen. 

Homepage:
jmwaldegger@gmail.net 


Josef M. Waldegger, Schwiegermutter süß-sauer

eBook und Taschenbuch

Das eBook ist bis Ende August 17 zum Einführungspreis zu haben.

30. März 2017

Ursula Konder, Manchmal möchte ich - Lyrik





Das Leben ist mal liebenswert, mal gemein, mal himmlisch, mal teuflisch.
Und doch immer wieder voller Träume und Hoffnungen. Wer all dies nicht ERlebt hat, der hat nie wirklich GElebt, sagt UKo.
Die Autorin Ursula Konder fasst Emotionen in Worte, gibt der Wut Raum, entlässt Träume ins Dunkel der Nacht und ins Licht des Tages.
Tuschezeichnungen, Grafiken und gemalte Bilder der Künstlerin bereichern das Erstlingswerk. Lyrik, die zum Träumen, Nachdenken und Schmunzeln einlädt.




Leseprobe:

Für Einen Augenblick
 
Ja.
Doch.
Das Leben Kann Schön Sein.
Manchmal.
Für Einen Augenblick.
Wenn Dir Unverhofft Ein Lächeln Zufliegt.
Und Ebenso Schnell Wieder Entschwindet.
Wie Ein Schmetterling In Der Mittagssonne.
Der Von Blume Zu Blume Torkelt.
Nektar-Betrunken.
Eingelullt Von Der Hitze Des Sommers.

Ja.
Doch.
Das Leben Kann Schön Sein.
Manchmal.
Für Minuten.
Wenn Dir Jemand Sagt Alles Wird Gut.
Und Die Worte In Dir Nachklingen.
Wie Ein Lieblingslied Im Mondschein.
Das Dich Trägt Durch Die Einsamkeit.
Hoffnungs-Schwanger.
Umfangen Von Der Kühle Der Nacht.

Ja.
Doch.
Das Leben Kann Schön Sein.
Manchmal.
Für Stunden.
Wenn Die Scheinheiligkeit Zu Gast Ist.
Und Sich Über Deine Wunden Legt.
Wie Ein Wohltuender Verband.
Der Deiner Seele Wohlwollen Vorgaukelt.
Schmerz-Verzerrt.
Erstarrt Von Der Leere Danach.

Ja.
Doch.
Das Leben Kann Schön Sein.
Für Immer.
Wenn Jeder Sieht.
Jeder Versteht.
Niemand Mehr Lügt.
Alles Schweigt.
Stille Herrscht.
Für Immer.


Rezension:

Ich habe als Leseprobe ein Gedicht der Autorin gewählt, das ihre Lebendigkeit ausdrückt.
Ursula Konder kennt Lust, Freude, Schmerz, Humor, und das, ohne zu jammern oder im Selbstmitleid zu ersticken. Das geht aus ihren Gedichten hervor, die mit Illustrationen aus eigener Hand versehen sind. 
Die Autorin reißt sich die übliche Maske herunter, man hat den Eindruck, die Seele nackt zu sehen. Wohl weiß ich, es handelt sich um ein "Lyrisches Ich", das sich hier auszieht, lacht, weint, leidet und liebt, aber jede/r, der schreibt, weiß, das Eigene lässt sich kaum abspalten, immer fließt die persönliche Geschichte mit ein.

Gewöhnungsbedüftig ist für mich die Formatierung, wie oben zu sehen ist, denn die Autorin beginnt in ihren Gedichten jedes Wort groß, das erschwert den Lesefluss. Vielleicht aber ist es ihre Absicht, damit die Leser innehalten und länger verweilen müssen bei jeder Zeile? 

Es ist die erste Veröffentlichung der Lyrikerin, ich wünsche ihr viel Erfolg.

Elsa Rieger


Die Autorin

Ursula Konder wurde 1959 in Kaiserslautern geboren. Aufgewachsen ist die Autorin in Trier. Nach ihrem Abschluss an einer Privatschule absolvierte sie eine Ausbildung bei der Stadtsparkasse Trier. Mehrere Umzüge mit ihrer Familie führten sie in die Nähe von Wiesbaden und nach Baden-Württemberg. Geschichten und Gedichte schrieb die Autorin seit frühester Jugend.

Von 1986 an recherchierte, fotografierte und schrieb Ursula Konder als freie Journalistin für verschiedene Tageszeitungen: Gäubote Herrenberg, Kreiszeitung Herrenberg, seit 1998 arbeitet sie als Redakteurin bei der Taunus Zeitung, eine Regionalausgabe der Frankfurter Neue Presse.

Seit 2012 arbeitet Ursula Konder unter dem Autorenkürzel UKo als Künstlerin. Sie  betreibt im Taunus eine Kreativwerkstatt und kreiert Glückstassen, die sie über den eigenen Online-Shop uko-art.de und auf Märkten vertreibt.

Die Autorin ist vierfache Mutter und Oma von drei Enkelkindern und lebt mit ihrem Golden Retriever in Usingen.

2017 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, den Lyrik-Band „Manchmal Möchte Ich“, erschienen bei BOD. Weitere Bücher sind in Arbeit.  

Homepage: www.uko-art.de



Ursula Konder, Manchmal Möchte Ich. Lyrik
Das Leben ist voller Poesie, Liebe, Leidenschaft und Wut