Salon

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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

27. August 2012

26. August 2012



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine kleine Pause ist fällig, denn:

ferien

ich lass mich mal treiben
ohne zu schreiben
von diesem und jenem

pirsch durch die fluren
denk nicht an lemuren
die mich oft jagen

hör den wald rauschen
statt nach innen zu lauschen
das tut einfach gut
 
 
Bis demnächst!
Elsa Rieger

Michael Stadelmann, Des Nachts - Eine Tragödie (Gesamtausgabe)


"Mein Feuer!", sprach er zu ihr.
"Meine Liebe!", blickte sie ihn an.
"MEIN LEBEN!", sprachen beide.

Dann erschien die Sonne.

Ein Dorf wird wieder und wieder von Nachtwandlern heimgesucht.
Der Orden beschützt das Dorf und erwählt einen Jäger, um den Nachtwandlern einhalt zu gebieten.
Eines Nachts gerät der Jäger in einen Hinterhalt und sie töten die Kinder in seinem Waisenhaus.

Er schwört Rache und auf seinem Rachefeldzug gegen denjenigen, den er für all das verantwortlich macht,
stellt er fest, dass vieles, woran er glaubte, nicht der Wahrheit entspricht...

Es handelt sich um eine klassische Tragödie, die auch moderne Elemente enthält.



Rezension folgt ...



Der Autor
Michael Stadelmann wurde am 21.04.1985 in Fürth / Bayern geboren, wo er auch immer noch lebt.
Er arbeitet zurzeit an einer Tankstelle und drückt seit kurzem wieder die Schulbank an der Berufsoberschule, um sein Abitur nachzuholen.
Die ersten Zeilen auf Papier setzte er, so wie er das Schreiben gelernt hatte, allerdings waren die ersten Geschichten noch ein wenig holprig und wenig spannend, was sicher dem Alter in der er da war, zuzuschreiben war.
Stephen King war dann der erste Autor, mit dem er so richtig zu lesen begann, später las er dann aber lieber die Werke der "großen" (gemeint sind Goethe usw.) Da ihm das so zusagte, versuchte er sich selbst an einer Tragödie (Des Nachts), jedoch mit modernen Elementen und auch zum jetzigen Zeitpunkt arbeitet er an einer weiteren (Titel noch geheim).



Michael Stadelmann, Des Nachts - Eine Tragödie (Gesamtausgabe)



25. August 2012

Rosita Hoppe, Das Glück fährt Taxi


Nach ihrer Trennung von Tom steht für Carly Bellmann fest: Sie braucht keinen Mann. Da beschließen Nadine und Jenni, Carlys Freundinnen, ihrem Liebesleben auf die Sprünge zu helfen, doch das Schicksal hat längst in Form von Philipp Reuter zugeschlagen, einem Schriftsteller, der seinen Lebensunterhalt mit Taxifahren verdient. Als es Ärger mit Tom gibt, der Philipp vormacht, Carly sei wieder mit ihm zusammen, fährt Carly genervt nach Italien, um Abstand und Klarheit über ihre Gefühle zu bekommen. Philipp reist ihr nach, kommt jedoch zu spät. Carly ist nach Deutschland zurückgekehrt, weil in ihre Boutique eingebrochen wurde. Verzweifelt versucht sie Philipp zu erreichen...


 

Leseprobe „Das Glück fährt Taxi“


Carly schrak auf, als das Taxi mit einem Ruck hielt. Philipp drehte sich zu ihr um. „Wir sind da.“ Und nach einem kurzen Augenblick des Schweigens fügte er hinzu: „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ Doch sein Blick erschien Carly alles andere als unschuldig. Carly schluckte und starrte ihn verdutzt an. Zum ersten Mal nahm sie bewusst seine Erscheinung wahr. Am eindrucksvollsten fand sie seine leuchtend blauen Augen, die ihr bis in die Seele zu blicken schienen. Dunkelbraune Haare standen ihm wirr um den Kopf und verliehen ihm ein jungenhaftes Aussehen. Sie widerstand dem plötzlichen Impuls ihm durch die Haare zu fahren, wie sie es früher mit dem kleinen Bruder einer Schulfreundin gemacht hatte. „Wie? Nein...“ Carly beugte sich über ihre Tasche und suchte irritiert nach der Geldbörse. Als sie ihm einen Schein entgegenstreckte, berührten sich ihre Finger für einen Moment. Ihr war, als würde sie ein Stromschlag bekommen, und sie zog ihre Hand schnell zurück. Sie wagte kaum ihn anzusehen. Ob er es auch gespürt hatte? Carly öffnete die Autotür und wollte aussteigen, da fiel ihr etwas ein. „Können Sie für morgen, neun Uhr, einen Wagen zu mir schicken?“ „Wird gemacht, Lady und schönen Abend noch.“ Carly nahm ein tiefes Durchatmen wahr, bevor die Autotür hinter ihr ins Schloss fiel. Am nächsten Morgen kurz vor neun Uhr hörte Carly ein Auto hupen. Sie schaute vom Balkon und erkannte Philipp, der ihr zuwinkte. Schnell nahm sie ihre Handtasche und rannte die Treppe hinunter. „Guten Morgen!“, rief sie fröhlich. „Machen Sie eigentlich nie Feierabend?“ „Wenn schöne Frauen mich rufen, nie!“ Sie sah ihn missbilligend an. Er schien zu kapieren, dass er mit dieser Antwort nicht bei ihr landen konnte. Das konnte sie an seinem Gesichtsausdruck ablesen. „Übrigens, ich gratuliere Ihnen.“ Carly glaubte plötzlich, ihm etwas Nettes sagen zu müssen. „Wozu? Ich habe heute keinen Geburtstag und auch nicht im Lotto gewonnen.“ „Weil Sie dazugelernt haben und heute überpünktlich sind.“ „Bin extra eine Stunde früher aufgestanden.“ Philipp grinste Carly schelmisch an. „Ehrlich? Kaum zu glauben.“ Mit diesen Worten stieg sie in den Wagen. Sie nannte den Namen eines Autohauses. „Dann war wohl nichts mehr zu retten?“ „Nein, leider nicht. Dabei hänge ich so an dem Polo. Er war mein erstes Auto, und ich musste damals lange darauf sparen.“ Carly seufzte. „Ich könnte Ihnen beratend zur Seite stehen, damit Sie nicht übers Ohr gehauen werden.“ „Verstehen Sie was von Autos?“ „Würde ich sonst Taxi fahren? Aber im Ernst, ein wenig Ahnung habe ich schon.“ „Ein wenig? Und das reicht?“ „Ja! Sie werden sehen, ohne meine Hilfe sind Sie verloren.“ Carly war froh zu sitzen. Der intensive Blick dieses Mannes ging ihr durch und durch, und ihre Knie zitterten plötzlich. Schnell riss sie sich von seinem Blick los und fuhr ihn an: „Nun fahren Sie endlich. Wenn Sie überall so viel quatschen, ist es kein Wunder, wenn Sie immer zu spät kommen!“ „Sehr wohl, gnädige Frau.“ Carly schaute angestrengt aus dem Fenster und rang um ihre Fassung. Was war nur mit ihr los? Warum konnte dieser unverschämte Kerl sie so durcheinander bringen? Sie sprachen während der Fahrt nicht miteinander doch immer wieder spürte sie seine Blicke auf sich ruhen. Vor dem Autohaus angekommen, bestand Philipp darauf, ihr beim Autokauf beratend zur Seite zu stehen. „Müssen Sie denn nicht zurück zur Zentrale?“ „Ich nehme mir einfach ein paar Stunden frei.“ „Und das geht so einfach?“ Philipp schenkte ihr wieder einen seiner tiefen Blicke. „Ich bekomme alles was ich will.“ Carly schnappte nach Luft. „Vielen Dank. Ich möchte Ihre wertvolle Zeit nicht länger als nötig in Anspruch nehmen. Ich fahre sowieso mit meinem neuen Auto nach Hause. Schönen Tag noch“, fauchte sie und eilte davon. Nun war es Philipp, der verdutzt guckte. „Der raubt mir noch den letzten Nerv mit seiner penetranten Aufdringlichkeit“, schnaubte Carly. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es ihr, sich auf die angebotenen Gebrauchtwagen zu konzentrieren. Wenn ich ein neues Auto habe, sehe ich ihn zum Glück sowieso nicht mehr, überlegte sie weiter. Nach einem intensiven Beratungsgespräch entschied sie sich erneut für ein gebrauchtes Modell. Man schmeißt das Geld nicht zum Fenster hinaus, hatte ihre Tante immer gesagt und Carly versuchte, sich nach Möglichkeit daran zu halten. Es war wieder ein Polo. Irgendwie glaubte Carly, sich dadurch leichter von ihrem alten Auto trennen zu können. Da sich die Zulassungsstelle ganz in der Nähe befand, ging sie zu Fuß dorthin, um ihre neue Errungenschaft anzumelden. Kurze Zeit später lenkte sie ihren neuen Wagen durch den Stadtverkehr. Da kam ihr die Idee, zur Feier des Tages noch einen Cappuccino bei Luigi zu trinken. Dort traf sie auf Nadine. Die Freundin saß vor einem Salatteller, auf den Stühlen rechts und links standen zahlreiche Tüten. „Hey Nadine, was machst du um diese Zeit hier?“ „Kraft tanken. Ich hab eingekauft. Ein paar Babysachen, und einige Zirkuszelte für mich. Ich passe in nichts mehr rein.“ Nadine seufzte. „Ich glaube, ich platze bald.“ „Na, hoffentlich nicht hier“, erwiderte Carly und kicherte, um der Freundin ihren Frust zu nehmen. „Mach du noch Witze darüber!“ Aber dann musste Nadine selbst lachen, und sie widmete sich erneut ihrem Salat. Nach einer Weile schaute sie auf. „Sag mal, bist du uns noch böse?“ „Nein, nicht wirklich. Trotzdem bin ich der Meinung, ihr solltet euch nicht in mein Leben einmischen. Mir geht es gut, so wie es ist. Ich habe keinen Bock auf Beziehungsstress und Enttäuschungen.“ „Willst du dein ganzes Leben ohne dieses wundervolle Gefühl geliebt zu werden, verbringen?“ Nadines Gesicht nahm einen schwärmerischen Ausdruck an, und sie seufzte leise. „Seit ich mit meinem Jan zusammen bin, schwebe ich auf Wolke sieben. Carly, es ist so wunderbar zu lieben und geliebt zu werden. Bist du sicher, darauf verzichten zu wollen?“ Carly zuckte mit den Schultern und sah ihre Freundin kläglich an. „Ich habe Angst vor einer neuen Enttäuschung. Das würde ich nicht verkraften.“ „Ich verstehe dich ja.“ Nadine legte ihre Hand beruhigend auf Carlys verkrampfte Finger. „Aber ich bin fest davon überzeugt, der richtige Mann kommt für dich noch. Nicht jeder ist so ein Fiesling wie Tom.“ „Können wir von etwas anderem reden? Bitte!!“ „Na gut. Erzähl mir, warum du zu dieser Tageszeit hier bist. Hast du dir heute frei genommen?“ Carly erzählte von ihrem Pech mit dem Auto und versprach Nadine, sie mit all ihren Tüten nach Hause zu fahren. Anschließend wollte sie schleunigst in den Laden, Susi würde bestimmt schon warten. Das wiederholte Aufeinandertreffen mit diesem unverschämten Taxifahrer, der ihr immer wieder im Kopf herumspukte, erwähnte sie Nadine gegenüber nicht.



Die Autorin
Bücher begleiten mein Leben von Kindesbeinen an. Obwohl ich oft dachte es müsse toll sein sich Geschichten auszudenken, bin ich lange Zeit nicht auf die Idee gekommen es selbst zu versuchen. Erst im Jahre 2003 begann ich mit dem Schreiben. Es entstanden ziemlich rasch einige Kurzgeschichten und die Rohfassung zu „Nur ein Traum?“.
Doch bis zur ersten Veröffentlichung verging noch einige Zeit und ich absolvierte erst einmal einen Schreibkurs.
Seit Ende 2005 bin ich als freie Mitarbeiterin bei einer Lokalzeitung tätig.
Inzwischen sind meine Romane „Nur ein Traum?“, „Das Glück fährt Taxi“, sowie zahlreiche Shortstories bei verschiedenen Zeitschriftenverlagen, in Anthologien, Literaturkalender und als E-books, auch unter Pseudonym, veröffentlicht.

In meiner Freizeit lese ich gern oder lasse mir beim Inliner fahren den Wind um die Nase wehen.


Rosita Hoppe, Das Glück fährt Taxi



24. August 2012

Rike Stienen, Ein Sixpack zum Verlieben


Krapfen mit Spiegelei:
Fast hätte ich mich übergeben, als ich diese merkwürdige Speisenkombination las, die die arme geplagte Laura jeden Morgen ihrer mistigen Schwiegermutter zum Frühstück zubereiten muss. Überhaupt ist die Protagonistin ein armes Luder, wie man bei uns in Wien sagt, wenn jemand ohne jegliche Absicht zu einem Opferlamm mutiert. Statt in München mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn wie bisher zu leben, eigenes Geld mit dem Schneidern zu verdienen, hat Laura sich breitschlagen lassen, ins Haus des Schwiegermonster in einem kleinen Ort zu übersiedeln. Ihr Mann hat gut lachen, denn der fährt täglich nach München in seine Kanzlei, aber Laura? Hätte sie nicht ihre Busenfreundin Kerstin, die zwar beruflich in der ganzen Welt herumfliegt, um wenigstens mit ihr zu telefonieren, wäre Laura wohl schon an einer reaktiven Depression erkrankt, denn die alte Frau, mit der sie den Großteil ihres Lebens teilen muss, ist außer quälend nur quälend. (...) 

Wer die ganze Rezension lesen will, möge hier klicken: Bruderlustig-Eurobuch



Elsa Rieger


Klappentext:
Laura lebt mit Mann und Sohn zusammen im Haus ihrer immer nörgelnden Schwiegermutter am oberbayerischen Alpenrand. Ihr Frust entlädt sich, als sie ihren Geburtstag allein mit dem Schwiegermonster und deren betagten Freundinnen begehen soll, und sie nimmt reißaus, um sich mit ihrer Freundin Kerstin eine vergnügliche Zeit in Köln zu gönnen. Weil diese in London festsitzt, landet Laura allein in der Show der strippenden Sixpackboys und gewinnt nicht nur eine heiße Nummer auf der Bühne, sondern auch einen besonderen Abend mit einem der attraktiven Männer. Sie verliebt sich gegen alle Vernunft in ihn, aber verdrängt ihre Gefühle wegen ihrer Familie. Als sie ihre Liebe zu ihm endlich über Moral und Pflichtgefühl stellt, ist ihr Traummann spurlos verschwunden ...


Leseprobe:
Laura schleicht aus dem Schlafzimmer, um die Gunst der frühen Stunde zu nutzen. Es war ohnehin eine unruhige Nacht. Manfred hatte mit der Zwergin zusammen am Abend Fußball geschaut und sich im Eifer des virtuellen Torschießens zur Stärkung einige Biere zu viel hinter die Binde gekippt. Er warf aufgrund dessen sein Sägewerk an, bevor Laura die Gelegenheit hatte, vor ihm einzuschlafen. Dementsprechend gerädert fühlt sie sich jetzt, aber in Anbetracht des bevorstehenden Highlights des Tages, kehren ihre Lebensgeister abrupt zurück.
  Sie begibt sich in ihr persönliches Reich, einer Mischung aus Nähzimmer, Büro und Versteck-dich-vor-der-Zwergin-Kuschelhöhle. Besonders das rote, samtbezogene Sofa mit den zahlreichen Kissen unter der hölzernen Dachschräge lädt zum Lesen ein, aber vor allem zum stundenlangen Quatschen mit ihrer besten Freundin Kerstin. Glücklicherweise verfügt der Raum über eine eigene Telefonstation, sodass ihr niemand den Apparat streitig machen kann. Vor der Dachgaube steht ein größerer Tisch, auf dem die Nähmaschine Platz hat und die Dirndl zugeschnitten werden, die Laura für den örtlichen Trachtenverein ändert oder ganz neu anfertigt. Neben einem vollgestopften Bücherregal, das sogar noch viele Jungmädchenbücher enthält, stechen zwei nebeneinander hängende Uhren an der Wand über dem Sofa ins Auge. Die linke mit einem grünen Ziffernblatt zeigt die lokale Uhrzeit an und die rechte im gelben Design die Zeit von dem jeweiligen Ort auf der Welt, wo Kerstin gerade als Eventmanagerin arbeitet.  
  In Singapur ist es jetzt exakt sechs Stunden später als in Bad Hollerbach; also früher Mittag, ideal, um Kerstin anzurufen. Laura wickelt sich in eine Baumwolldecke ein, die immer bereit liegt, und macht es sich auf dem Sofa bequem.   
  Ein Druck auf die eingespeicherte Handynummer reicht, um kurz darauf die vertraute Stimme der Freundin zu hören: „Hey Süße, leg auf, ich rufe dich sofort zurück!“ Kerstin kann mit ihrem Firmenhandy glücklicherweise kostenlos rund um den Globus so viel telefonieren, wie sie möchte.
  Wenige Sekunden später meldet sie sich: „Schon so früh auf Beinen den? Bei euch dürfte gerade mal der Hahn krähen.“
  „Was heißt hier schon? In einer guten Stunde hält der allmorgendliche Wahnsinn in diesem Haus Einzug, wenn ich bei „Wünsch dir was“ alle Frühstücksbedürfnisse befriedigen darf.“
  „Du willst mir jetzt nicht allen Ernstes verklickern, dass du der Zwergin immer noch jeden Morgen einen Krapfen mit Spiegelei servierst?“ Kerstin kann nicht sehen, wie Laura bei ihrer Antwort das Gesicht vor Ekel verzieht:    
  „Ich könnte jedes Mal kotzen, wenn ich das labbrige Ei auf den Krapfen fließen lasse.“
  „Dir ist wirklich nicht zu helfen, meine Liebe. Lass die Alte sich ihre abartigen Vorlieben doch selbst zubereiten!“
  „Du ahnst nicht, wie oft ich inzwischen angeregt habe, die Starrköpfige möge selbst Hand anlegen. Was macht die? Grinst mich scheinheilig an und behauptet kackfrech, ich hätte es im Laufe der Jahre fast zur Perfektion mit dem Eigelb geschafft. Welch ein Glück, dass Manfred diese Leidenschaft nicht von seiner Mutter geerbt hat. Ihm sträuben sich auch die Nackenhaare, aber er schweigt dazu.“
  Statt einer Reaktion hört Laura ein wohliges Stöhnen am anderen Ende der Leitung. „Was geht denn bei dir ab? Warum sagst du nicht, dass ich störe?“
  „Aaa, tut das gut! Nein, du störst überhaupt nicht. Ich liege nur bäuchlings im Sand von Sentosa Island und lasse mir eine Massage verpassen.“
  „Sentosa? Ich denke, du bist in Singapur.“
  „Bin ich ja auch. Sentosa ist eine kleine vorgelagerte Insel und das Naherholungsgebiet der malaiischen Einwohner. Viele kommen in der Mittagspause zum Relaxen einfach hierher. Die Sonne knallt auf meinen mit Kokosnussmilch eingeschmierten Astralkörper, mein Blick schweift über das südchinesische Meer, und ein Beachboy löst meine Verspannungen. Willst du mehr hören?“



Die Autorin
Rike Stienen lebt mit ihrer Familie in der Nähe des Chiemsees. Sie studierte Rechtswissenschaften und Romanistik. Bevor sie eine Ausbildung zur Drehbuchautorin absolvierte, arbeitete sie als Rechtsanwältin und Mediatorin. Heute entwickelt sie Stoffe für diverse Filmproduktionen, am liebsten romantische Komödien, die im Alpenvorland oder vor exotischer Kulisse spielen. Daneben entstehen Kurzgeschichten und Romane.

Homepage: www.rike-stienen.de



Rike Stienen, Ein Sixpack zum Verlieben

Das Ebook gibt es in allen Formaten.


23. August 2012

Norman Nekro, Der Todestagverkäufer


Eine unheimliche Dienstleistung macht den mysteriösen Magus Mortemer zum Stadtgespräch: Gegen Zahlung eines stattlichen Honorars nennt der reisende Geschäftsmann betuchten Bürgern Tag und Stunde ihres Todes. Dass seine Prophezeiungen stimmen, beweist das plötzliche Ableben eines reichen Weinhändlers auf die Minute exakt zum vorhergesagten Zeitpunkt.
Auch der alternde Bonvivant Baron Eitel von Wallerfels hat aus reiner Neugier den Todestagverkäufer konsultiert. Um so größer sein Erschrecken, als er hören muss, dass er nur noch drei Tage zu leben hat. Verzweifelt fleht er seinen Arzt Professor Froebius um Hilfe an. Ein prall mit süddeutschen Gulden gefüllter Lederbeutel soll der Bitte des Adeligen den nötigen Nachdruck verleihen.
Obwohl der kritische Medicus die Todesprophezeiungen für lächerliche Quacksalbereien hält, beginnt er daraufhin das Umfeld Mortemers zu durchleuchten. Dabei stößt Froebius schnell auf eine Kette logisch nicht erklärbarer Ereignisse. Sie führen ihn direkt in das grauenvolle Finale einer dämonischen Seelenjagd, die in den mörderischen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges mit einer tragischen Liebe begonnen hatte.

Dass die Logik eines kühlen Verstandes alleine den Kampf gegen Geister, Dämonen, Vampire und allem, was sonst noch die Nächte unsicher macht, nicht gewinnen kann, muss Professor Dr. Johann Jakob Fürchtegott Froebius (48) immer wieder widerwillig zugeben. Denn der praktische Arzt aus der Nach-Napoleon-Ära um 1818 ist alles andere als ein passionierter „Geisterjäger“. Er sieht sich als kritischen Wissenschaftler, der nur das akzeptiert, was man mit Formeln berechnen und in Experimenten nachweisen kann. So passt es ganz und gar nicht in sein sorgfältig gepflegtes Weltbild, dass ihn der Bannkreis des Unheimlichen nicht mehr aus den Klauen lässt...

 


Rezension zum Buch folgt ...



Der Autor
Unter dem Namen Norman Nekro schreibt der gestandene Wirtschaftsjournalist und Fachzeitschriftenverleger historische Romane, Krimis sowie Mystery- und Grusel-Thriller. Aus seiner Feder stammt auch die in der Nach-Napoleon-Ära spielende Gruselserie »Froebius! - Im Bannkreis des Unheimlichen«.
Nach einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und einem abgeschlossenen Jura-Studium hat ihn sein »Zivilberuf« über 30 Jahre lang nur wenig Zeit für seine literarische Passion gelassen. Neben vielen hunderttausend Druckzeilen im journalistischen Metier kann Norman Nekro an (Papier-)Buchveröffentlichungen daher bislang nur die populärwissenschaftlich geschriebene Biographie „Geiserich. Vandale ohne Vandalismus“ (erschienen 1987) vorweisen.
Heute, zwanzig Jahre später, ist der Weg zum Schreiben in seinen Lieblings-Genres Historischer Roman und Mystery frei. Drei Folgen der Froebius!-Serie sowie ein Medizin-Thriller und drei Kurzgeschichten aus der Schattenwelt zwischen Sein und Ewigkeit zeugen von der Leidenschaft, mit der der Autor seinen Lesern historische Themen ebenso packend serviert wie er ihnen ungewöhnliche Einblicke in die zwielichtig-dunklen Seiten des Lebens (die, anders als im »Zivilberuf«, diesmal ausdrücklich nichts mit Börsenkursen, Marketingstrategien und Profitmaximierung zu tun haben!) eröffnet.

Norman Nekro, Der Todestagverkäufer


22. August 2012

Boris Maggioni, NEXT PEOPLE


Nun weiß ich es
Dank Boris Maggioni und seinem Thriller NEXT PEOPLE. Vielen Dank, sehr nett, Herr Maggioni! Sie sind Schuld, dass ich ab jetzt jede Tomate, jede Kartoffel und jedes Schnitzel mit erheblichem Misstrauen beäugen und schließlich doch verspeisen werde, denn von irgendwas muss der Mensch ja leben!

Auch Orwells „Schöne neue Welt“
ist schon lange keine Vision mehr, woran wir sehen können, dass alles möglich werden kann. Ich kann noch weiter zurückschauen, zu Jules Verne. Heute können wir locker 20.000 Meilen unter die Meeresoberfläche gelangen. Und nun Boris Maggionis NEXT PEOPLE.
Was für eine Horrorvision der Genveränderung und -manipulation ist dem Autor denn da gelungen! Verpackt in dramatische Vorgänge, große Verzweiflung und einer gehörigen Portion gekonnt geschriebener Action-Szenen bin ich atemlos den Geschehnissen gefolgt. Wenn so etwas Wirklichkeit werden sollte, na Grüß Gott, alle miteinander. Dann haben wir es nämlich geschafft, uns selbst zu entsorgen.

Die Erde hat noch einiges in petto, oder?
Wer weiß schon, was da noch alles aus dem Evolutionskästchen springen wird in unserer Zukunft.
Nicht nur der wissbegierigen Forschergilde ist in dem Roman der Vorwurf zu machen, nein, denn manches entsteht von ganz allein. Zufall? Zufälle gibt es nicht, aber die Schöpfung. Und die ist von Zeit zu Zeit von merkwürdigem Humor. Wenn dann aber noch die Wissenschaft dazustößt, die sich Entgleisungen zum Vorbild nimmt und potenziert, na dann, dann entstehen NEXT PEOPLE.

Respekt, Herr Maggioni. Das ist nun das zweite Buch des Autors, das ich voll und ganz genossen habe.

Elsa Rieger

Der Autor
Mein Name ist Boris Maggioni, und durch eine genetische Mutation bin ich in der glücklichen Position, nie zu altern und für alle Zeit 20 Jahre alt zu bleiben.
Darauf ruhe ich mich allerdings nicht aus. Erst letztes Jahr habe ich die Welt auf einem Waveboard umrundet. Das war direkt nach meinem Weltrekord im Auto-über-den-Kopf-Stemmen und kurz vor dem Ehrentitel "Meister aller Wissensgebiete", der mir von einem Zusammenschluss aller Universitäten der Welt verliehen wurde. Meine wirklich großen Erfolge möchte ich hier aber nicht nennen, das würde einfach zu sehr nach Angeberei aussehen. Habe ich schon erwähnt, dass ich immer die Wahrheit sage?!
Und jetzt ganz ohne Scheiß: Ich finde Selbstdarstellungen doof, daher auch der oben zu sehende Einleitungstext. Eins aber möchte ich hier doch sagen: In meinen Büchern steckt mein Herzblut. Ich versuche, sie für dich, als Leser, so gut zu schreiben, wie ich nur irgendwie kann. Wenn du etwas zu kritisieren hast oder Fragen offen bleiben, dann zögere bitte nicht, mich per eMail oder auch auf Twitter bzw. Facebook anzuschreiben. Vielleicht dauert es mal etwas, aber ich werde garantiert antworten.
Und jetzt: RUF MICH... äh, quatsch, ich meine: KAUF MEIN BUCH !

Boris Maggioni, NEXT PEOPLE






21. August 2012

Rosemarie Benke-Bursian, Dunkel war's ...



Können Sterne für einen schrecklichen Mord verantwortlich sein? Ist da wirklich ein Hase mit Mütze auf einem Sandberg? Und was hat es mit Karinas Baby auf sich? Mal witzig, mal skurril und auch mal gruselig, aber immer voller Spannung, werden diese und andere Fragen von der Autorin gestellt. Die Lösung ist fast immer überraschend - oder doch nicht? Sieben groteske Geschichten und Kurzkrimis laden zum spannenden und entspannenden Leseschmaus ein.






Leseprobe

 
Ein Auto unter Verdacht

Es war ein wunderschöner, fast frühlingshafter Tag im Januar. Gertrud und Theodor gingen ihren Lieblingsweg: Ein für ´Fahrzeuge aller Art´ gesperrter Pflasterweg, der sich aus dem Dorf hinaus zwischen Wiesen und Felder in ein nahe gelegenes Wäldchen schlängelte. Hier konnten sie die Stille, das Rauschen des Windes und an diesem sonnigen Tag sogar lebhaftes Vogelgezwitscher genießen. Schweigend und bedächtigen Schrittes gingen sie nebeneinander. Theodor, der nicht mehr so gut bei Fuß war, stützte sich mit einem Stock ab. Auf der anderen Seite hatte sich Gertrud - wie immer - bei ihm eingehakt. Kurz bevor sie das Wäldchen erreichten, sah Gertrud das verlassene Auto am Straßenrand. Sofort kam Leben in ihr Gesicht.
„Sieh mal Theodor, das Auto da.“
„Ja, ja“, brummte er, „was die Leute so alles rumliegen lassen.“
„Hmm. Ist schon merkwürdig nicht? Ich meine, dass das hier so abgestellt ist.“
„Was soll da merkwürdig sein? Hat wohl jemand eine Panne gehabt.“
„Ausgerechnet hier? Und überhaupt, hier darf ja gar kein Auto fahren.“
„Tja, da wollten vielleicht welche ungestört sein.“ sagte Theodor und versuchte Gertrud zum weitergehen zu bewegen. Diese Unterbrechung des friedlichen Spaziergangs passte ihm gar nicht.
Gertrud machte sich von ihm los und ging näher an das Auto heran.
„Das sieht wie versteckt aus, findest du nicht?“
„Ich sag ja: Schäferstündchen“
„Ach Theodor. Jetzt bleib doch mal ernst. Ich denke da an ganz was anderes.“
„Und was bitte?“
„Erinnerst du dich nicht? Letzte Woche in dieser Fahndungssendung im Fernsehen. Du weißt schon, der Bankraub in Mühlfelden.“
„Nee, ich erinnere mich nicht. Außerdem ist das über 100 Kilometer von uns entfernt.“
„Was sind schon 100 Kilometer. Das Fluchtauto der Bankräuber war jedenfalls genau so eines wie dieses.“
„Ach Gertrud, du schaust zu viele Krimis. Komm jetzt weiter.“
„Theodor!“
„Was ist denn nun schon wieder?“
„Theodor, hier ist die Aktenmappe!“ Triumphierend hob Gertrud eine braune Aktentasche in die Luft. „Eine braune Aktenmappe. Genau wie bei dem Überfall.“
Misstrauisch beäugte Theodor die Tasche. „Die sieht aber schon ziemlich alt und mitgenommen aus. Wo hast du die denn her.“
„Die lag da vorne im Graben.“
„Die hat einfach jemand weggeschmissen.“
„Natürlich. Und zwar die Bankräuber. Jetzt, nachdem alle Leute das Auto und die Aktentasche von der Sendung her kennen.“
„So sehen doch alle Aktentaschen aus.“ (...)


Die Autorin
Rosemarie Benke-Bursian studierte Biologie mit Abschluss Promotion. Seit 1995 ist sie freiberufliche Journalistin und Autorin und schreibt neben Sachbüchern zu Mathematik, Physik, Astronomie und Biologie auch Gedichte, Kindergeschichten, Kurzgeschichten sowie Kurzkrimis, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden. Im Jahre 2003 gewann sie beim ABDA-Literaturwettbewerb den Sonderpreis „Kindergeschichte, kleinere Auszeichnungen für Kurzgeschichten folgten. Mittlerweile kann die Autorin auf mehrere Buchveröffentlichungen zurückblicken, seit 2012 auch im E-Book-Bereich, außerdem hält sie Lesungen und leitet kreative Schreibwerkstätten. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.


 
Rosemarie Benke-Bursian, Dunkel war's ...  

20. August 2012

Horus W. Odenthal, Ninragon - Der Fall der Feste


Das furiose Finale.

Der dritte und letzte Teil von Horus W. Odenthals Fantasy-Trilogie „Ninragon – Band 3: Der Fall der Feste“ ist jetzt auch als eBook bei Amazon erschienen.

Ein Fantasy-Epos in drei Teilen.

Fantasy der neuen Generation, mit einer starken, frischen Stimme.
Eine Geschichte für die Fans von George R. R. Martin, Scott Lynch, Joe Abercrombie und Steven Erikson.




Zwei Männer, die kaum unterschiedlicher sein könnten, führt das Schicksal zusammen.
Der eine ist Darachel, ein Ninra, Angehöriger einer uralten Rasse, die sich aus der Welt in ihre abgelegenen, gewaltigen Festungen zurückgezogen hat und sich nun auf ihre Aszension vorbereitet, darauf also, die materielle Welt ganz zu verlassen. Wie alle anderen Nichtmenschenrassen menschenähnlicher Gestalt werden die Ninraé von den Menschen, die wenig über sie wissen, schlicht Elfen genannt.
Der andere ist ein Valgare aus dem hohen Norden. Als Darachel ihn zusammen mit einer Gruppe anderer Ninraé bewusstlos findet, trägt er die Reste einer Uniform des Idirischen Reiches, und sein Körper ist von Narben und Verwundungen gezeichnet. Außerdem hat er einen unheimlichen, tödlichen Verfolger, der den Ninraé einen blutigen Kampf liefert.
Die überlebenden Ninraé bringen den Schwerverletzten in ihre Große Feste Himmelsriff, und dort erzählt der Mensch dem Elfen Darachel sein Leben.
Dies ist die Geschichte von Auric Oriksohn, Auric Torarea Morante, genannt Auric der Schwarze. Es ist die Geschichte eines einzelnen Mannes, der dachte, nur um sein eigenes Leben und Schicksal zu kämpfen, sich aber unversehens in etwas viel Größeres, Dunkleres und Weitreichenderes verstrickt sieht.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der früh die Realität des Krieges kennenlernt und gezwungen ist, das grausame Leben der Kindersoldaten in den Kriegen des Nordens zu führen. Es ist die Geschichte eines Mannes, der furchtbaren Geschöpfen aus den Tiefen einer mythischen Vergangenheit trotzen muss, der in eine Zeit geboren wird, in der diese Vergangenheit zurückzukehren droht, mit Kampfkolossen einer älteren Welt und den unheimlichen Fertigkeiten und Schöpfungen der Bleichen Rasse.
Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen Lebensplan beständig durch seine Herkunft durchkreuzt wird und den das Schicksal so entgegen seinen eigenen Zielen auf seltsame Wege führt. Es ist die Geschichte von einer sich allmählich abzeichnenden Verschwörung gegen das gewaltige Idirische Reich, von singenden Festungen, die den Wahnsinn in die Hirne der Menschen schicken, von gefangenen und gebrochenen Geistern, von Gilden, die eifersüchtig das Geheimnis ihrer Fähigkeit Geistesbotschaften zu senden hütet. Von Schachzügen der Politiker und Militärs und der einfachen Menschen und Soldaten, die dafür bluten müssen.
Es ist die Geschichte von Machtstreben und Korruption in einem Reich, das dennoch die große und einzige Hoffnung in einer dunklen Welt auf Kultur, Zivilisation und Frieden darstellt. Es ist die Geschichte von den Geheimnissen und Widersprüchen in den Seelen der Menschen und den Gräben und Schlachten, die dort ausgetragen werden. Es ist die Geschichte darüber, wie die Abgründe der Vergangenheit das Leben der Gegenwart formen. Es ist die Geschichte des Mannes, der es wagte, dem legendären Eisenkrone und seinem Magiervertrauten Vanwe entgegenzutreten. Es ist die Geschichte darüber, dass etwas niemals als ganz tot und vergessen gelten sollte.
Es ist die Geschichte Ninragons.
Was der Ninra Darachel nicht ahnt, ist, dass während Auric ihm noch die Geschichte seines Lebens erzählt, die Bedrohung, die diesen Menschen verfolgte, bereits ihren Schatten auf Himmelsriff, die Festung der Ninraé gelegt hat. Und dass der Feind oft an ungeahnten Plätzen lauert. Nicht zuletzt im eigenen Herzen.

Egal, wie die Zeit aussieht, in der wir leben, egal mit welchen Waffen wir kämpfen und wie die Städte aussehen, in denen wir leben, immer denken wir von unserer Zeit als der Moderne. Und immer vergessen wir allzu leicht, dass diese sogenannte Neuzeit wenig mehr ist, als die uns sichtbare Oberfläche eines gewaltigen Ozean, der uns trägt, und in dem, uns unsichtbar, die Schatten und Mahre der Vergangenheit hausen.




Dritter und letzter Band:

Die Hölle bricht los.
Die Macht des Feindes offenbart sich, zuvor unbekannte und geheimnisvolle Gegner zeigen sich.
Auric und seine Gefährten geraten in einen Strudel, aus dem zu entkommen sie kaum hoffen können. Mysterien und Verstrickungen werden gelüftet, und die meisten der Antworten sind tödlich. Alte Bedrohungen erheben sich, und manche der Fäden gehen weit in die Vergangenheit zurück. Doch manche Bedrohungen sind auch banaler und dadurch gefährlicher, als man vermuten konnte.
Eine Nemesis kehrt zurück.
Das Schicksal zieht Auric in das Herz eines Alptraums. Und schließlich an einen Ort, an den zu geraten, er niemals geträumt hätte.
Doch wo, wenn eine ganze Welt ins Verhängnis stürzt, gibt es Sicherheit?

Egal, wie die Zeit aussieht, in der wir leben, egal mit welchen Waffen wir kämpfen und wie die Städte aussehen, in denen wir leben, immer denken wir von unserer Zeit als der Moderne. Und immer vergessen wir allzu leicht, dass diese sogenannte Neuzeit wenig mehr ist, als die uns sichtbare Oberfläche eines gewaltigen Ozeans, der uns trägt, und in dem, uns unsichtbar, die Schatten und Mahre der Vergangenheit hausen.




Der Autor

Horus W. Odenthal wurde in den weiten Ebenen der Randbereiche des Rheinlands geboren.
Schon früh stand für ihn fest, dass er Geschichten erzählen wollte. Zunächst dachte er daran, Schriftsteller zu werden, aber dann kamen ihm die Comics in die Quere und er entdeckte das Zeichnen. So verschrieb er sich dem Comic als dem Medium seiner Wahl. Ein Grafik-Design-Studium machte ihn zum Autodidakten.
Seit seinem Studium lebt er im Einfluss des Gravitationsschachts der Kaiserstadt Aachen, heute zusammen mit seiner Frau und seinen Töchtern.
Unter dem Namen „Horus“ wurde er als Autor und Zeichner von Comics bekannt.  In diesem Medium wurden seine Werke in Deutschland und Amerika veröffentlicht und erhielten zahlreiche Nominierungen und Preise. Die meiste Aufmerksamkeit auch außerhalb der Leserschaft von Comics erzielte seine Comic-Novelle „Schiller!“, erschienen im Schiller-Jahr 2005  in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schillergesellschaft.
Horus W. Odenthal galt in diesem Medium als „der Geschichtenerzähler“. Seine Besessenheit galt in erster Linie dem Verfolgen einer Erzählung, dem Weben von Geschichten, dem die Zeichnungen zu dienen hatten, dem sich der Zeichenstil anzupassen hatte.
Nachdem er schließlich immer stärker das Bedürfnis verspürte, Geschichten zu erzählen, die innerhalb des Rahmens seines Medium nur schwer zu realisieren waren, verlegte er sich auf das Schreiben reiner Prosa, hier speziell von phantastischen Romanen und schuf hier für sich ein Erzähluniversum, das die Genregrenzen sprengt und ihm die Möglichkeit bot, die Geschichten zu erzählen , zu denen er sich hingezogen fühlte.
Die „Ninragon“-Trilogie mit den Bänden „Die standhafte Feste“, „Der Keil des Himmels“ und „Der Fall der Feste“, die klar dem Fantasy-Genre angehört, ist das erste Beispiel dafür und führt den Leser zum ersten Mal in seine Welt ein.
Alle drei Bände sind bei Amazon als eBooks erhältlich. Weitere Romane sind in Vorbereitung.

Besuchen Sie die Internetseite des Autoren „Horus W. Odenthal – The Range: Die unendliche Weite der Worte“ http://www.horus-w-odenthal.de, seine Facebook-Seite http://www.facebook.com/Horus.W.Odenthal oder sein Blog http://horus-w-odenthal.blogspot.de;. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @HorusWOdenthal.






Horus W. Odenthal, Ninragon - Der Fall der Feste
 



19. August 2012

Belá Bolten, Codewort Rothenburg



»Schade um dich, meine Kleine. Aber wir leben in gefährlichen Zeiten. In sehr gefährlichen Zeiten.«
Kitty Schmidt

Berlin, Frühjahr 1941. Ein mysteriöser S-Bahn-Mörder hält die Stadt in Atem. Als eine weitere Frauenleiche gefunden wird, führen die Spuren Kriminalkommissar Axel Daut aber in eine andere Richtung. Das Opfer arbeitete als Prostituierte in einem noblen Bordell. Warum will offiziell niemand etwas von diesem „Salon Kitty“ wissen? Trotz Anweisung von höchster Stelle, den Fall zu den Akten zu legen, ermittelt Daut weiter und betritt eine geheimnisvolle Welt aus Spionage und rauschhafter Begierde, der auch er sich nicht entziehen kann.
Währenddessen schließt sich Dauts Ehefrau Luise ohne sein Wissen einer Widerstandsgruppe an.
Als deutsche Soldaten in Russland einmarschieren und Bomber Nacht für Nacht Tod und Zerstörung auch nach Berlin bringen, kommt es zu einem dramatischen Finale, an dessen Ende nichts mehr ist, wie es war. 



Rezension

Das ist die Berliner Luft, mit ihrem holden Duft
fällt mir zu Boltens Buch ein.

Vor allem ein Textstück daraus:
Wenn sonst man „Mir kann keener“sagt
so sagt in jedem Falle
wenn's dem Berliner nicht behagt
er sanft: „Mir könn'se alle.“

Und prallvoll ist der Roman von dieser Luft. Allerdings durchsetzt vom Giftodem des 3. Reichs und dem Naziregime.


Durch dieses Berlin 
begleiten wir Kriminalkommissar Daut, der den Titel Sturmbandführer trägt, ohne großartig über die politische Dunkelzeit nachzudenken. Er macht seinen Job, liebt Frau und Kinder, sauft manchmal einen. Bis, ja bis ihm alles um die Ohren fliegt. Da wacht er auf, woran seine schwangere Frau nicht unschuldig ist, und reibt sich die Schleier der Verdrängung aus den Augen.

Bolten hat es drauf
in seinem Krimi, der viel mehr ein Sittenbild jener Zeit ist, die Leser einzuspinnen in das Grauen, enger und enger legt sich das klebrige Netz um einen, bis man vermeint, darin zu ersticken. Und ich denke, das liegt vor allem daran, dass Bolten fast kühl, sich als Autor ganz zurücknehmend, über schlimmstes Leid erzählt. Das packt einen wirklich im Herzen.

Lokalkolorit und Ambiente
sind eindringlich geschildert, die Geschichte lief wie ein Film vor meinem inneren Auge ab, obwohl ich noch nie in Berlin war. Bolten sucht nicht nach literarischen Künsteleien, niemals ist der Text manieriert, er erzählt handfest, was Sache ist. Ohne Kitsch oder Sentimentalität, ohne erhobenen moralisierendem Zeigefinger treibt er die Geschichte voran, Kompliment!
Der historische Erzählstrang ist meines Erachtens hervorragend recherchiert, alles wirkt glaubwürdig, authentisch, eindringlich. Die Figuren, selbst die Nebendarsteller, sind niemals flach, sondern mehrdimensional angelegt. Der Stil ist flüssig, locker, man liest keinerlei Anstrengung heraus, perfekt.
Nebenbei, das Buch ist großartig lektoriert, ich musste mich nicht über Fehler ärgern, das Lesen machte Freude.

Ich kann das Buch wärmsten empfehlen.

Elsa Rieger



Der Autor   
Béla Bolten kam 1957 in einer Kleinstadt im Münsterland zur Welt.
Nach dem Studium (Geschichte und Philosophie) arbeitete er zunächst als Historiker und veröffentlichte Artikel und Sachbücher zu verschiedenen Themen der Zeitgeschichte.
Heute lebt und arbeitet Béla Bolten am Bodensee und schreibt als Ghostwriter Biografien und zeithistorische Sachbücher.
Mit »Codewort Rothenburg« publizierte er 2012 seinen ersten zeithistorischen Kriminalroman.

Mehr über den Autor im Internet:
http://belabolten.wordpress.com/


Belá Bolten, Codewort Rothenburg



18. August 2012

Renate Hupfeld, Theodor Althaus - Revolutionär in Deutschland


Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise in drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Einfühlsam erzählt sie die Lebensgeschichte des Detmolder Theologen, Schriftstellers und Journalisten Theodor Althaus. Am Schicksal dieses talentierten jungen Mannes werden die Verwicklungen einer Zeit deutlich, in der demokratische Prinzipien bitter erkämpft und häufig mit dem Verlust von Freiheit, Heimat und Leben bezahlt werden mussten.
Geboren am 26. Oktober 1822 als ältester Sohn des lippischen Superintendenten und behütet aufgewachsen hat Theodor Althaus alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben. Doch im Strudel der revolutionären Ereignisse des Jahres 1848 schlittert er in ein verhängnisvolles Dilemma. Zeitgleich mit dem Scheitern des ersten deutschen Parlaments in Frankfurt endet die Laufbahn dieses wortstarken Verfechters von Einheit, Freiheit und Demokratie im „Staatsgefängniß vor dem Cleverthor“ in Hannover. Er wird nicht einmal dreißig Jahre alt. 

Leserstimmen:

„Warum hatte ein junges, hoffnungsvolles Talent in Deutschland keine Chance? - Ein literarisch zum Leben erwecktes Stück Geschichte.“

„Eine faszinierende Lebensgeschichte, die berührt. Die Kämpfe des Vormärz werden lebendig. Ein guter Geschichtsunterricht für die, denen die Einheit Deutschlands und die Errungenschaften der Demokratie zu selbstverständlich geworden sind.“

„Wer die Zeit um 1848 einmal nicht aus dem Geschichtsbuch, sondern aus einer persönlichen und Anteil nehmenden Sicht erfahren will, dem sei dieses Buch empfohlen.“ 

 
Leseprobe:

Revolution in Berlin

Am 20. März 1848 erreichte er gegen Mittag Berlin. Es war ein seltsames Szenario in der Stadt. Männer, Frauen und Kinder liefen zwischen Barrikaden und herausgerissenen Pflastersteinen. Die meisten feierten einen Sieg. Doch andere suchten verzweifelt nach vermissten Angehörigen.
Theodor ging von Kirche zu Kirche, schaute in die jungen Gesichter der dort aufgebahrten Toten, die schrecklichen Wunden, die stille Siegesgewissheit in den bleichen Zügen. Auf der Straße sprach er die Menschen an, hörte ihre Berichte über die Ereignisse der Nacht von Samstag auf Sonntag und setzte das Puzzle zusammen über die friedliche Versammlung vor dem Schloss, die Proklamation des Königs, laute Rufe aus der Menge, die Forderung nach Abzug der Soldaten, zunehmende Unruhe, plötzlich ein Schuss von irgendwoher, noch ein Schuss und dann der fürchterliche Sturm. Unaufhaltsam tobte der in Straßen und auf Plätzen. Alle machten mit beim Bau der Barrikaden, vom einfachen Tagelöhner und Handwerker bis zum Beamten, Studenten, Arzt und Advokaten. Frauen, Kinder und Greise waren dabei. Mit allen Mitteln kämpften sie, beschafften Material für den Barrikadenbau, besorgten Waffen, gossen Kugeln, steckten deutsche Fahnen auf, Frauen versorgten die Kämpfenden mit Speisen und Getränken. Unaufhörlich tönten die Sturmglocken in der Stadt. Die ganze Nacht. Bis zum nächsten Morgen. Bis kein einziger Soldat mehr zu sehen war.
In einer Kirche fand er ein stilles Plätzchen, wo er ungestört verweilen konnte. Nachdem er sich ein wenig gefangen hatte, zog er Papier und Feder aus der Tasche und schrieb einen Artikel für die „Weser-Zeitung“. Das war er den Toten schuldig. Ihr mutiger Kampf durfte nicht umsonst gewesen sein.
Es war schon dunkel, als er am Abend vor dem Haus des Großvaters in Potsdam stand. Obwohl das Fenster des Balkonzimmers hell erleuchtet war, musste er lange auf Einlass warten. Später erfuhr er den Grund. Dräseke
war vor Übergriffen von Aufständischen gewarnt worden und die im Hause Anwesenden, des Großvaters jüngere Tochter, Enkelin Elisabeth aus Detmold und ein Diener, fürchteten den dunklen Mann an der Tür und waren heilfroh, als es dann der älteste Enkel war. Der berichtete von den Spuren der Berliner Horrornacht, bevor er sich völlig erschöpft zurückzog. Elisabeth machte sich Sorgen und folgte dem Bruder in sein Zimmer. Der hatte sich schon ins Bett gelegt. Sie erinnerte sich: „Ich setzte mich zu ihm und sah nun erst, wie verändert, wie von Erregung und Schmerz durchwühlt, seine Züge waren.“
Am nächsten Tag war Theodor dabei, als König Friedrich Wilhelm IV.
mit schwarz-rot-goldener Armbinde durch die Straßen von Berlin ritt und vor Studenten der Berliner Universität eine Rede hielt, wobei er sich zu der Formulierung hinreißen ließ: „Preußen geht fortan in Deutschland auf.“
Und er nahm am 22. März auf dem Gendarmenmarkt an der Trauerfeier für die 183 Toten teil, folgte dem unbeschreiblich langen Leichenzug mit den bekränzten Särgen, zunächst bis zum Schloss, wo sich der preußische König Friedrich Wilhelm IV.
auf Verlangen des Volkes mit gezogenem Hut vor den toten Revolutionären verbeugen musste, dann vor die Tore der Stadt zur Beisetzung auf dem eigens eingerichteten „Friedhof der Märzgefallenen“ auf einem Hügel in Friedrichhain.
„Der Leichenzug. Die seidenen, schwarzrothgoldenen Trauerfahnen [...] nach den Thränen stumpfte sich alles ab. Zu lang. Die anarchische Schwüle über Berlin“, notierte er im Tagebuch.
Er sei ein Mann geworden, meinte Großvater Dräseke
und da hatte er recht. Die harte Konfrontation mit den menschlichen Tragödien, die rohe Gewalt gegen die eigenen Brüder, Söhne eines Volkes, hatte ihn in tiefster Seele getroffen.
Der Weg würde ein harter und steiniger werden. Die „faulen Früchte der Geschichte“ waren mächtiger, als er es sich in seinen idealistischen Vorstellungen ausgemalt hatte. So einfach fielen die nicht in sich zusammen. Wie sonst wäre es möglich, dass Soldaten als Spielzeug eines konzeptlosen Monarchen mit vorgeblicher Gottes-Gnaden-Legitimation ein so schreckliches Blutbad anrichteten?
Althaus’ Artikel erschien unter der Überschrift „D i e  B e r l i n e r  R e v o l u t i o n“ am 22. März 1848 auf der Titelseite der „Weser-Zeitung“. Er hatte den historischen Stellenwert des Geschehens als „Bluttaufe der deutschen Freiheit“ erkannt und eine überaus sensible Würdigung des leidenschaftlich entschlossenen Kampfes gegen die starre Willkürherrschaft des schwachen preußischen Königs verfasst: „Die giftige Saat, die Untergrabung alles Vertrauens, das schwankende Spielen zwischen der persönlichen Willkür und den gerechtesten Forderungen des Volkes, die Demoralisation der höchsten Staatsgewalten, welche sich durch den Schein und die Heuchelei eine erträumte Macht zu sichern wähnten, ist nun so blutig aufgegangen. Deutschland wird den achtzehnten März dieses Jahres nie vergessen.“



Die Autorin
Renate Hupfeld lebt in Hamm in Westfalen. Ihre Gedichte, Kurzgeschichten, Essays und historischen Erzählungen wurden in Anthologien und Zeitschriften gedruckt.

Sie ist Herausgeberin der im Januar 2010 im Aisthesis Verlag Bielefeld erschienenen Anthologie mit Texten von Theodor Althaus "Zeitbilder 1840 - 1850", von ihr kommentiert und mit Vorwort und Kurzbiografie des Protagonisten versehen.

Im November 2011 erschien ihre erzählende Biografie "Theodor Althaus (1822 - 1852) - Revolutionär in Deutschland" als E-Book und als Taschenbuch (157 Seiten) bei text-und-byte.de.

Eine weitere historische Erzählung veröffentlichte sie im Juni 2012 als E-Book: "Malwida von Meysenbug und der Demokrat - Emanzipation im 19. Jahrhundert".

Ebenfalls im E-Book Format erschienen ihre Anthologien "Hammfiction", elf Short Storys aus Hamm, "Grenzorte", sieben nicht alltägliche Begegnungen sowie "History", vier historische Erzählungen.

Auf ihrer Homepage veröffentlicht die Autorin Texte und Fotoberichte.


Renate Hupfeld, Theodor Althaus - Revolutionär in Deutschland


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