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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

30. Juni 2013

Myra Çakan, Dreimal Proxima Centauri und zurück



Bevor sie an Bord der Stern von Beteigeuze ging glaubte Mimsy Mimkovsky, das Schlimmste, das ihr auf der Reise zum Planeten Proxima Centauri 2 passieren könnte wäre, die Launen von Madame Halcion, ihrer Arbeitgeberin, ertragen zu müssen. Doch die exzentrische Diva und ihr überheblicher Impresario sollten bald das Geringste von Mimsys Problemen sein. Auf dem luxuriösen Kreuzfahrtraumschiff ist kaum einer der Passagiere, was er vorgibt. Als bei den Proben zur traditionellen Bordrevue »Schieß mich zum Mars, Liebling« eine wichtige Requisite verschwindet, ist dies der Auftakt einer furiosen Space Opera die ihresgleichen sucht.Die Autorin vermischt Science-Fiction, ebenso schamlos wie stilsicher, mit Elementen der Screwball-Comedy und des viktorianischen Unterhaltungsromans. Abgerundet wird das brisant-amüsante Spektakel mit einem guten Schuss Steampunk.



„Ganz großes Kino: Eine ebenso kosmische wie komische Kreuzfahrt quer durchs Weltall – in immer neuen, spannenden Wendungen entfaltet sich ein Panorama aus geheimnisvollem Geschehen und sternenfunkelnden Gefühlen. Wo kann ich hier eigentlich den Knopf drücken, um zu zeigen, dass mir das Buch gefällt?“

Peter Glaser




Leseprobe:



Kapitel 1:



Hurriberto kennt sich aus



Die Stern von Beteigeuze bot einen wahrhaft erhabenen Anblick, wie sie vor dem Hintergrund des Alls wie eine Tiara aus Diamanten blitzte und funkelte, während zwischen den Andockbuchten des Großraumers und dem Mond wendige kleine Fähren wie eifrige Libellen hin und her flitzten. Diese brachten soeben die letzten Passagiere von der Luna-Andockbucht 18 an Bord. Ziel der Stern war der zweite Planet von Proxima Centauri, im offiziellen Navigationsverzeichnis prosaisch als Proxcent Zwei aufgeführt. In Wahrheit war Proxcent Zwei kein Planet im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr einer von zwei kleinen Monden, die Proxima Centauri in einer recht exzentrischen Bahn umkreisten. Seit der Außerordentliche Adebar der Neunte, gewählter Sumach von Centauri, die beiden Monde vor fünfundsechzig Erdenjahren zur Freihandelszone erklärt hatte, florierten Tauschhandel und Tourismus. Und niemand fragte sich mehr, ob er sich gerade auf einem Mond oder einem Planeten amüsierte.

Bekannt war Proxcent Zwei jedoch für seine zahlreichen Schönheitsinstitute. Sie waren auch der Grund, dass er von esoterisch Verklärten gerne „Renaissance“ genannt wurde. Unter Zynikern war Proxcent gemeinhin als der Rundum-Planet bekannt.

Hurriberto Wicknack, einer der Kabinenstewards der ersten Klasse, war der Zyniker-Fraktion zuzuordnen, obwohl er sich selbst wohl als Schöngeist bezeichnet hätte. In jungen Jahren hatte er sogar mit dem Gedanken getändelt, zur Bühne zu gehen. Jetzt beschränkten sich seine Ambitionen auf die regelmäßige Mitwirkung bei der traditionellen Bordrevue. Wobei allerdings gesagt werden muss, dass weder seine Singstimme, ein etwas flachbrüstiger Bariton, noch seine akrobatischen Tanzeinlagen besonders bemerkenswert waren. Nicht ganz zufällig befand sich Hurry, wie er scherzhaft von einigen Mitgliedern der Crew genannt wurde, auf dem letzten Pendler. Bedingt durch ein eingebildetes, aber sehr nützliches, Rückenleiden hatte er vor zwei Stunden die Personalfähren und die damit verbundenen so genannten letzten Arbeiten an Bord „verpasst“ und konnte daher noch eine Weile der mechatronischen Kapelle zuhören, die zur Unterhaltung der Reisenden aufspielte. Währenddessen beäugte er unauffällig das Handgepäck der an Bord gehenden Paxe. Wicknack war fest der Meinung, dass ihn sein jahrelanger Dienst auf Passagierraumern dazu befähigte, nicht nur den Status eines Reisenden anhand seines Gepäcks zu beurteilen, sondern auch die gesamte Biographie eines Menschen offen zu legen. Eine sehr nützliche Begabung bei ihrem Reiseziel. Wie jedes Mal, wenn sie das Centauri-System anflogen, war die Besatzung von der Reederei angewiesen worden, besonders diskret vorzugehen. Und so standen vermutlich mehr Aliasse auf der Passagierliste als auf dem Meldeformular eines Kawasaki-Stundenhotels in einem der berüchtigtsten Viertel von Pallas-Stadt. Einen Ort übrigens, den der Kabinensteward in seinem ganzen Leben nie, nie wieder aufsuchen wollte. Wenngleich diese Barfrau aus dem ... nein, Schluss, aus, das war Vergangenheit.

Hurriberto Wicknack richtete sein Augenmerk wieder auf die Passagiere. Da war zum Beispiel dieser monströs dicke Mann, der krampfhaft versuchte, sein Gesicht zu verbergen, und zu diesem Zweck mit ausgestreckten Armen einen Imbiss vom Luna-Port Gackerle am Spieß wie die Monstranz der Hochkirche von Kabunkel Neun vor sich her trug. Lächerlich. Ihm folgte mit indigniertem Ausdruck eine Dame in teurer Garderobe, die zinnoberroten Locken von einem wagenradgroßen Hut mit üppiger Garnierung gekrönt und von schweren Parfümschwaden umwallt. In ihrem Schlepp ein etwas unscheinbares junges Ding, das ein schlichtes Kostüm aus strapazierfähigem Serge in gedeckten Tönen trug und ein unhandliches Schönheitsköfferchen von Vutton balancierte. Ein überheblich dreinblickender Fatzke in einem einteiligen, rostfarbenen Anzug mit farblich abgesetzten Biesen und handgeplusterten Puffärmeln, wie man ihn seit neuestem auf Hoch-Mars trug, komplettierte die kleine Gruppe. Die Dame, die ihre besten Tage schon hinter sich hatte, kam ihm vage bekannt vor, besonders die theatralische Gestik, mit der sie ihre Begleiterin scheuchte.

„Nun gehen Sie doch, Mimsy. Das Boot legt gleich ab.“

„Ja, Madam“, lautete die ergebene Antwort.

„Kein Boot, ein Pendler“, ließ sich der Fatzke vernehmen.

Die herrische Person würdigte ihn keines Blickes und verschwand in der Luftschleuse der Fähre. War sie schon einmal an Bord der Stern gewesen? Möglich wär’s. Hurriberto rühmte sich zwar eines nahezu perfekten Gedächtnisses, doch diese ältlichen Mesdames bildeten neben gewissen zwielichtigen Inkognitos das Hauptklientel der ersten Klasse, da war es entschuldbar, wenn er schon mal den Überblick verlor.

Wicknack überlegte, ob der dicke Mann wohl zu der divenhaften Dame mit der Entourage gehörte, entschied dann aber die Dreiergruppe als „reiche Witwe mit Dienstboten“ abzulegen. Womöglich galt es, diesen ersten Eindruck im Laufe der Reise noch zu korrigieren, allerdings irrte sich Wicknack selten in solchen Dingen. Hing doch die Höhe des zu erwartenden Trinkgeldes von seiner präzisen Einschätzung ab. Warum also um ein Flitterwöchnerpärchen von irgendeinem Hinterweltlerplaneten herumscharwenzeln, wenn diese zugenähte Taschen hatten?

Was den dicken Mann anbelangte, lag die Sache klar auf der Hand: Eindeutig jemand, der unter einem falschen Namen reiste. Wahrscheinlich eine Unterweltgröße, die sich zwecks einer kleinen Gesichtsumgestaltung nach Proxcent begab. Was die reizbare Madame betraf, schwankte Wicknack noch zwischen Fischzug an Bord oder Rundumerneuerung. Nun ja, vermutlich traf beides zu und wenn er sie am Kapitänstisch platzierte, würde er mit einem guten Trinkgeld rechnen können, soviel war gewiss. Er straffte sich, strich mit Wohlgefallen über die farblich abgesetzten Rabatten mit den bronzefarbenen Tressen, die seine guignetgrüne Uniform komplettierte, und drehte sich beiläufig um neunzig Grad.

Aha, da war noch ein vielversprechender Kandidat. Auf das unerfahrene Auge mochten die untersetzte Gestalt, das grobschlächtige, aber freundliche Gesicht und die abgetragene Kleidung wenig verheißungsvoll wirken. Doch die Garderobe des Mannes stammte vom besten Herrenschneider auf Cassiopeia Sieben, und der Mann, der gedankenverloren durch das Panoramafenster auf die rasch kleiner werdende Andockplattform sah, war niemand anderes als Rufus C. Plonk, und somit einer der zweihundert reichsten Männer der Milchstrasse, wenn man der neuesten Liste von Reichtum und Vermögen Glauben schenken durfte.

Aber warum reiste er auf der Beteigeuze? Einem Tycoon wie Plonk, der über eine stattliche Flotte von Frachtraumern verfügte, stand bestimmt eine schnelle Raumjacht zur persönlichen Nutzung zur Verfügung. Anderseits war so gut wie nichts über diesen einflussreichen Mann bekannt. Es wurde gemunkelt, dass sich vor vielen Jahren eine Tragödie in seinem Leben zugetragen und er sich seitdem noch mehr von der Öffentlichkeit abgeschottet hatte. Warum also jetzt diese Reise? Wicknack beschloss, sich nicht weiter den Kopf zu zerbrechen, die Reichen und Berühmten dachten und lebten einfach anders als der Rest der bewohnten Milchstrasse, und solange am Ende der Reise das Trinkgeld stimmte, war seine Welt in Ordnung.

Als sich das Boot gemächlich dem Kreuzfahrtraumschiff näherte, bot sich ein prächtiger Anblick. Anscheinend hatte der Maschinist soeben die Manövriertriebwerke gefeuert, denn die leuchtend blauen Flammen der Tesla-Aggregate zuckten wie gigantische Elmsfeuer aus den mächtigen Düsen ins All. Ein prächtiger Anblick, auch wenn er mit der Kraftentfaltung eines Raumschiffes im Überflug nicht zu vergleichen war. Wicknack bemerkte, wie das zarte Fräulein mit ängstlichen Augen dem Schauspiel folgte.

„Sieht beeindruckend aus, nicht wahr?“

„Ja, schon ...“ kam es zögernd zurück.

„Ist das gnädige Fräulein das erste Mal auf einem Raumschiff, wenn ich mir die Frage erlauben darf?“

„Nein, eigentlich nicht. Aber so nah, ich meine ... das hatte ich nicht erwartet.“

Sie drehte sich zu ihm um, und er blickte in ein paar ängstliche grüne Augen mit goldfarbenen Sprenkeln. Bezaubernd, dachte Hurry, ganz bezaubernd. Es würde mich sehr wundern, wenn sie auf der Reise nicht eine Schar Verehrer anziehen würde. Mit einem Blick auf ihre hochgeschlossene Bluse mit der schlichten Brosche am Kragen revidierte er seine Meinung allerdings schnell wieder. Das Fräulein war gewiss keine kokette Landpomeranze, die an Bord der Stern auf der Suche nach einem gutbetuchten Ehemann war.

„Wo sind denn die Turbinen?“

„Turbinen?“ echote der Kabinensteward der ersten Klasse entgeistert. „Sie meinen, wie auf einem Dampfraumer?“

„Gewiss“, sagte das Fräulein mit fester Stimme. „Wie sollten wir uns denn sonst durch das Weltall bewegen?“

„Grundgütiger“, platzte es aus Hurry heraus. „Ich bitte vielmals um Entschuldigung für meinen unangemessenen Ausbruch, aber mit Dampf fliegen wir schon lange nicht mehr.“

„Ach, nicht? Ich dachte ...“

„Nun, auf den Hinterwelten, Sie mögen den Ausdruck verzeihen, da sieht man die alten Dampfraumer vielleicht noch. Wir haben selbstverständlich die neueste Technologie. Alle Schiffe der Sternenlinie fliegen mit Tesla-Energie.“

Hurriberto spürte ein leichtes Ziehen in der Körpermitte. Der Steuermann des Pendlers hatte das Bremsmanöver eingeleitet. Die Zeit für müßiges Geplauder war vorbei. Mit einem „Sie können sich darauf verlassen, dass unser Antrieb vollkommen ungefährlich ist, gnädiges Fräulein. Wenn Sie mich entschuldigen würden“ wappnete er sich für die kommenden Aufgaben.

Ein dezenter Gong und ein anschließender, nicht ganz so dezenter Ruck kündigten vom Ende der Überfahrt. Die Fähre hatte ihr Ziel, die Andockbucht der Beteigeuze, erreicht. Nach Einsetzen der Reiseschwerkraft ging der Kabinensteward der ersten Klasse gemessenen Schrittes zur Luftschleuse und nahm seine Position ein, um den leicht desorientierten Paxen beim Wechsel auf den Sternenkreuzer behilflich zu sein. Er war sich der Bedeutung seiner Stellung durchaus bewusst und fühlte sich voller Tatendrang. Diese Reise würde sicher bemerkenswert werden. Wie bemerkenswert, das hätte sich Hurriberto Wicknack in seinen wildesten Träumen nicht ausmalen können. Und das war auch gut so.











Die Autorin:


Myra Çakan studierte Schauspiel und Musik und gilt als die erste deutschsprachige Vertreterin des Cyberpunk. Sie veröffentlichte fünf Romane – When the Music’s Over (1999), Begegnung in der High Sierra (Luke Harrison – Weltraumabenteurer 1) und Zwischenfall an einem regnerischen Nachmittag (Luke Harrison – Weltraumabenteurer 2) (beide 2000), Downtown Blues (2001), Dreimal Proxima Centauri und zurück (2011) drei Kurgeschichten-Sammlungen – Nachtbrenner (2012) Geschichten aus der Zukunft von Gestern (2013) Winterlang (2013) und ein Sachbuch Mein Buch! (2012); darüber hinaus zahlreiche Kurzgeschichten in Magazinen und Anthologien. Zwanzig Hörspiele, Adaptionen ihrer eigenen Werke und Originalstoffe, wurden u. a. von WDR und SWR produziert. Die Autorin ist nicht nur Science-Fiction-Liebhabern ein Begriff, wie Rezensionen ihrer Werke in der SZ, Stern oder Frankfurter Rundschau belegen.






Myra Çakan, Dreimal Proxima Centauri und zurück

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26. Juni 2013

Sigrid Wohlgemuth, Drei Stühle


Klappentext:

Liebe geht durch den Magen, selbst die zu einer Insel. 18 Geschichten erzählen vom Leben einer deutschen Auswanderin auf Kreta, von blau-weißen Tischtüchern, tuckernden Fischerbooten, von Oliven, Schafskäse und Kräutern, auch von Sturm, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. 18 Stories gespickt mit köstlichen griechischen Speisen und ihren Rezepten. Ein Buch für Genießer, Urlauber, Auswanderer und die, die noch davon träumen.





Leseprobe hier


Rezension:

Ich stelle selten Verlagsbücher vor,
aber da es sich hier um eine Hybrid-Autorin handelt, die viele Bücher selbstverlegt hat, mach ich es besonders gern. Vor allem, weil dieses Buch wirklich sehr liebevoll gestaltet ist.  
 
Herz, was begehrst du mehr?

Nichts! Denn zum vollkommenen Glück fehlte nur diese schöne Geschichtensammlung mit integrierten kretischen Gerichten, die köstlich schmecken. 

Auch die Geschichten schmecken mir ausgezeichnet,
mal nachdenklich, mal komisch, dann wieder beschaulich. Ich habe das Buch mit Genuss gelesen, zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend.

1. Ich liebe Kreta, bin fast jedes Jahr dort und kenne die Gegend in- und auswendig. Wie die Autorin die Stimmung auf der Insel beschreibt, die Farben, Landschaft, ganz wunderbar.

2. Diese Rezepte sind wirklich einfach nachzukochen, die Zutaten leicht zu besorgen, einem griechischen Abend mit Freunden steht nichts im Wege. 

Dazu eine Flasche Retsina oder Samos, Buzuki-Klänge und Sirtaki tanzen, dann ist die Welt wieder in Ordnung! Ôpa! 

Ein Buch, das ich sehr genossen habe und das mir aufgrund der Rezepte noch öfter schmecken wird. Empfehlung!

Elsa Rieger


Die Autorin


Geboren in Brühl bei Köln. 1996 erfüllte sich die Steuerfachgehilfin einen Herzenswunsch und zog nach Kreta. Die Mittelmeerinsel, ihre Bewohner, die kretische Küche, aber auch das Schreiben wurden zu ihrem Lebensmittelpunkt. Es enstehen Romane und Geschichten. Sie gibt Kochkurse für Touristen und führt Besucher nicht nur literarisch in die Schönheiten des Landes ein. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften.




Sigrid Wohlgemuth, Drei Stühle. Verlag Stories&Friends



 

23. Juni 2013

Lutz Kreutzer, Platz 1 bei amazon – das E-Book für Autoren


Klappentext:

Lutz Kreutzer ist Roman-Autor und Marketing-Experte. Jetzt lüftet er das Geheimnis, wie er seine E-Books zur Nr. 1 bei amazon machte. Ohne große Kosten!

“Schröders Verdacht” war auf Platz 1 im Kindle-Shop gelistet – vor mehr als 1,4 Millionen anderen Titeln. Der Thriller war damit das beliebteste E-Book bei amazon überhaupt.

“Gott würfelt doch” wurde bei amazon nach kurzer Zeit auf Platz 1 der Belletristik-Liste geführt. Er war damit vor dem Weltbestseller “Shades of Grey” gereiht.


Rezension:

Jetzt hat er es schon wieder gemacht,
der Lutz Kreutzer! Nämlich ein Buch geschrieben. Nach Schröders Verdacht und Gott würfelt doch, 2 irre spannenden Romanen, hat er nun mit diesem Titel ein Buch geschrieben, das jedem Indie-Kollegen zu empfehlen ist. Tipps und Tricks, mit denen jeder Selbstverleger seine Werke boosten kann. Da stehen Sachen drin, von denen ich echt keinen Schimmer hatte, z.B. wie man bei Amazon (über einen Link) sein Buch taggen kann, obwohl es die Tags dort nicht mehr gibt. Klasse! Das und vieles mehr an Hintergrundwissen so gut wie geschenkt von einem, der weiß, wie es geht.

Das ist aber nicht alles,
denn der Autor gibt auch schreibtechnische Hinweise dazu, wie man Spannung erzeugt, was man besser nicht tun sollte, was man unbedingt machen soll. Also Leute, wir alle haben die Chance, wenn wir es richtig anstellen, mal die Nr. 1 im Kindle-Dschungel zu werden.

Dass das mit viel PR-Arbeit verbunden ist
verschweigt Lutz Kreutzer fairer Weise auch nicht. Wahrscheinlich muss ein SPler 2 Drittel seiner Zeit in Werbung investieren und kann nur ein schmales Drittel für seinen neuen Roman nutzen. Tja, so ist das Leben als Independent-Autor. Also Leute, lest das Buch, spuckt in die Hände, befolgt die Ratschläge eines Mannes, der weiß, wovon er redet, äh, schreibt!  

So, und jetzt muss ich schließen und verschiedenes ausprobieren, was der Kreutzer da verraten hat.  

Elsa Rieger



Der Autor:

Lutz Kreutzer:
Mein Vater hat mir als Kind jeden Abend eine Geschichte erzählt. Schon mit sechs Jahren stand ich mit ihm auf der Bühne. Irgendwann lernte ich, dass Geschichten nicht wahr sein müssen, nein, gut müssen sie sein. Ich beschloss Abenteurer zu werden, dann hat man mehr zu erzählen, dachte ich. Ich wurde Kletterer und Flieger und arbeitete lange als Alpin-Geologe. 1990 ging ich nach Österreich und wurde erster Deutscher im Bundesdient am Forschungsministerium in Wien. Um mich einzustellen, mussten die extra Formulare drucken. Seither mache ich hauptberuflich PR für Technik und Wissenschaft. Als Hochschullehrer lehrte ich Marktentwicklung. Als Manager korrespondiere ich mit der ganzen Welt. Das kann bisweilen sehr komisch sein. Irgendwann dachte ich: Sachbücher und Fachpublikationen kann ja jeder, und sah auf den Berg bedruckten Papiers, der vor mir lag (jede Menge wissenschaftlicher Kram). Mit zwei Gipsbeinen schrieb ich dann meinen ersten Roman „Schröders Verdacht“, der die internationale Müll-Mafia und ihre Machenschaften seziert. Ende 2008 hat mein zweites Manuskript einen Verlag gefunden. „Gott würfelt doch“ ist im Juni 2009 erschienen. Im Sommer 2012 habe ich beide Romane als e–Books herausgebracht. „Gott würfelt doch“ war drei Tage lang bei amazon auf Platz 1 der Bestsellerliste der Top–Neuheiten Belletristik.





Lutz Kreutzer, Platz 1 bei amazon – das E-Book für Autoren

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22. Juni 2013

Horus. W. Odenthal, Ninragon


Das ist ja was!



Liebe Leser des SALONS, ich habe eine Bitte:

„Ninragon“ ist in der Endrunde zum Deutschen Phantastik Preis gekommen.






Das Werk wurde nominiert in den Kategorien „Bestes deutschsprachiges Romandebüt“ und „Beste Serie“.

Wann ist schon einmal ein Indie-Autor neben den gehypten Titeln von Heyne etc. für den DPP nominiert worden?

Und endlich ist auch einmal ein eBook in die engere Wahl gekommen.
Es wäre wirklich gigantisch, um ein Zeichen zu setzen, dass die Buchwelt sich ändert und weiter und farbiger wird, wenn dieses Buch das Rennen machen würde.


Liebe Leser, bitte unterstützt den Autor und das Indietum dabei, die Aufmerksamkeit für die Nominierung zu stärken und diese tolle Sache Wirklichkeit werden zu lassen, in dem ihr HIER abstimmt.


Vielen Dank,
Elsa Rieger 

21. Juni 2013

Ulrike Jansen, In Liebe verzeihen - Neuauflage



Ein Mensch zieht sich aus.
Warum tut er das? Weil er sich exhibitionieren will? Manchmal. Das ist dann unangenehm für den Betrachter, denn da wird in Tagebuchmanier voller Selbstmitleid bejammert, wie tragisch das Leben ist, wie schlecht man weggekommen ist. Es wird ein Fähnchen der Tapferkeit dem Leser entgegengehalten und Bewunderung fürs schlimme Schicksal erheischt.

Ulrike Jansen zieht sich aus.
Warum tut sie das? Weil sie eine großartige Person ist und damit anderen beweist, dass das Leben großartig sein kann, wenn man überlebt hat, was im Allgemeinen zur Traumatisierung und Abtötung der Seele führt. Oft überaus humorvoll, nie selbstmitleidig, berichtet die Autorin davon, wie es ist, als Baby „weggeworfen“ zu werden, wie es ist, in der Lieblosigkeit, der Übergriffigkeit eines Heims aufzuwachsen. Und in diesem Fall ist die Großmutter eindeutig der Wolf, denn diese Person hat das Baby Ulrike der jungen, ohnmächtigen Mutter weggenommen.

Und Wölfe sind sie alle
in diesem Kinderheim unter dem Schaffell der Nonnenkluft. Macht ausüben ist die Devise; wer nicht funktioniert – denn es geht nur ums Funktionieren, nie um Liebe, wie Jesus Christus predigte – wird verprügelt, gequält, ihm wird die Ehre abgeschnitten, bis er gedemütigt am Boden liegt. So erging es der Autorin in der frühen Kindheit.
Auch später dann während der Ausbildung war es kaum anders, denn die Autorin musste 18 werden, um dieser Hölle auf Erden zu entkommen.

Statt zu hassen lieben
ist die Devise von Ulrike Jansen. Sie, die beinahe zum seelischen Krüppel geworden ist, verzeiht einfach. Als ob das so einfach wäre! Sie ist eine der Guten, das muss ich neidlos eingestehen. Sie hat das „Rache-Gen“ jedenfalls nicht in sich, Hut ab vor so viel Nächstenliebe!
  
Zuerst ein Schmerzbuch, dann ein Glücksbuch.
Ganz ohne Wichtigtuerei beschreibt die Autorin ihren Weg aus der Eiswüste in die Liebe. Statt im Hass zu ersticken, in der Verletzung zu erstarren, sich in eine Psychose zu begeben oder als Amokläuferin Vergeltung für das Angetane zu üben, steigt Ulrike Jansen wie Phoenix aus der Asche und widmet ihr Leben der liebevollen Betreuung und Pflege.

Die schlichte Botschaft
der Ulrike Jansen an alle Kinder dieser Welt: Gebt niemals auf! Was euch auch angetan wurde, ihr habt es überlebt. Macht das Beste daraus. Verzeiht, vergebt. Nur dann besteht die Chance, ein erfülltes Leben zu haben. Und ich muss sagen, ja, recht hat sie, die Ulrike Jansen. Denn wer stets hadert, Rachegedanken wälzt, die schlimmen Erinnerungen an der Brust nährt, wird schließlich darin untergehen.

Ulrike Jansens Lebensgeschichte gibt es nun in einer 2. Auflage.  
Das freut mich ganz besonders, denn nach großen Schwierigkeiten mit dem Druckkostenzuschuss-Verlag Wagner, darf man die Autorin nun beglückwünschen, dass sie endlich ihr Buch zurückerobert hat!
 


Elsa Rieger


Die Autorin

Ulrike Jansen wurde 1961 in Wattenscheid geboren, wuchs dort bis 1979 in einem Kinderheim auf. Seit fast 30 Jahren ist sie nun schon in einer Universitätsklinik als Krankenschwester auf der gynäkologischen Station tätig.






Ulrike Jansen, In Liebe verzeihen

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20. Juni 2013

Deddine Kuschel-Swyter, Larrys Sohn


Darwin, die kleine Küstenstadt im Norden von Australien im Jahre 1973, ein Jahr bevor der Zyklon 'Tracy' die Stadt total zerstört. Hierher verschlägt es die junge Holländerin Clarissa van Doorn, um eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen. Ihr Leben scheint vorgezeichnet, ihre Zukunft fest geplant; zumindest in den Augen von Bernie, ihrem Freund.
Aber schon bald verlässt sie das Schwesternheim und zieht in eine Wohngemeinschaft, in einem alten Tropenhaus am Rande der Stadt.
Dort trifft sie Larry, zu dem sie tiefe Gefühle entwickelt.
Aber Larry ist anders. Nicht nur seine Hautfarbe ist anders, sondern er kommt aus einer anderen Kultur, aus einer anderen Welt.
Auch wenn er seine Aborigines Herkunft verdrängt, so kann er doch sein Erbe nicht wirklich leugnen. Und obwohl Clarissa sich sehr bemüht, seine Welt zu verstehen, oder sie doch zumindest akzeptieren zu können, es scheint ihr nicht zu gelingen.
Die Entscheidung, die sie schließlich trifft, führt sie nach Neuseeland, wo sie hofft, ein neues Leben für sich und ihren Sohn aufbauen zu können.
Aber schafft sie es wirklich, Larry aus diesem neuen Leben zu verdrängen?


Rezension:

In Liebe loslassen
ist wohl die schwerste Disziplin für uns Menschen. Wir wollen alles festhalten und besitzen, was wir lieben. Werden wir verlassen, verzweifeln wir, obwohl wir wissen, es würde sich fügen, wäre in der Beziehung alles in Ordnung. Was oft bleibt, wird „narzisstische Kränkung“ genannt. Denn im Grunde wollen wir den/die unpassenden Partner ja auch nicht mehr. Rationell betrachtet, gehen Lieben auseinander, weil das Objekt unserer Leidenschaft nicht auf Dauer kompatibel ist. Aber die Demütigung nagt an dem verlassenen Teil.

In einem fremden Land, Australien,
mit einer fremden Lebensart, dem Aborigine Larry, erlebt die holländische Larissa die große Liebe. Voller Rücksichtnahme, sich selbst und ihre Wünsche reduzierend, passt sie sich dem freiheitsliebenden Mann bis fast zur Selbstaufgabe an. Sie weiß, dass ihr das nicht gut tut, kann aber nicht anders. Dann wird sie unbeabsichtigt schwanger von Larry. Ob der Aborigine doch noch „Ja“ zu ihr und dem wachsenden Leben sagt, das ist die Frage, die Larissa bewegt.

Mäandernd, still
erzählt die Autorin diese Geschichte zweier Welten und zwei Menschen in einer Liebesfalle. Ich kann mich des Eindrucks nicht entziehen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Allzu genau und ausführlich werden Nebensächlichkeiten und Örtlichkeiten erzählt, wo es nicht unbedingt nötig wäre. Anderes hingegen, wo es ans Eingemachte ginge, wird nur gestreift, was schade ist.

Trotzdem ist es interessant
Land und Leute eines anderen Kontinents in der Geschichte kennenzulernen. Das Ambiente ist eindringlich geschildert, der Aborigine und die Hauptpersonen gut vorstellbar, die Liebesszenen schön gestaltet. 

Technik und Erzählstil
Die Autorin wechselt zwischen innerer und äußerer Perspektive, was mir im Prinzip gut gefällt, allerdings auf dem Reader schwer zu lesen ist, da die Tagebuchsicht in extrem kleiner Schrift formatiert ist, und ich immer die Schriftgröße wechseln musste, um das entziffern zu können, und wieder zurück, damit die normale Erzählung nicht nur 5 Worte pro Seite anzeigt.

Elsa Rieger



Leseprobe und Buchvorstellung hier im SALON



Die Autorin
Deddine Kuschel-Swyter wurde 1949 in Ostfriesland geboren und
lebte viele Jahre lang in Australien und Neuseeland, sowie in Lateinamerika.
Sie zog vier Kinder groß und arbeitete als Bildende Künstlerin
in der Textilkunst und Malerei (unter dem Künstlernamen Loko Suederdiek), und als Gärtnerin und Buchhändlerin.
Eigene Texte (Lyrik und Prosa) haben sie ihr Leben lang begleitet.
Mit "Traumpfade enden nicht" bringt sie ihren ersten Roman heraus.
Deddine Kuschel-Swyter lebt heute in Deutschland (in der Nähe von Göttingen) und im Süden von Spanien.



Deddine Kuschel-Swyter, Larrys Sohn

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14. Juni 2013

Paul Sandmann, Tristan






Eine Chronik über den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts

Tauche ein in die Finanzmetropole Europas – London – kurz vor Ausbruch der Finanzkrise: Dem erfolgreichen Investmentbanker Tristan liegen sowohl Männer als auch Frauen zu Füßen.
Er bedient sich ihrer, kann jedoch für niemanden tiefere Empfindungen entwickeln.
Bis er Isabella Eco begegnet ...





Rezension:

Banker sind kaltschnäuzig,
so heißt es. Je mehr sie verkaufen können, desto größer ist ihr Ansehen. Das ist das Milieu, in dem Tristan, ein junger, aufstrebender Mann Karriere macht. Er ist attraktiv, die schönsten Frauen kann er haben, wovon er auch reichlich Gebrauch macht. Beneidet von den Kollegen führt er ein  freies Leben ohne finanzielle Sorgen. Und dann begegnet ihm die Liebe. Eine Frau, die sich ihm nicht an den Hals wirft, wie er es gewöhnt ist, eine Frau, die fast schüchtern und damit umso begehrenswerter in Tristans Augen ist.

Eine Chronik des Zeitgeistes unseres Jahrhunderts
nennt der Autor sein Werk. In der Tat, das ist es. Es geht um Reichtum, Armut, Oberflächlichkeit, Betrug, das meisterhaft über den Tisch ziehen von Menschen in Not, dubiose Immobiliengeschäfte der Banken.

Tristan ist romantisch, aber nur, wenn es leicht geht.
Wird es kompliziert, schafft er es, sich binnen Minuten zu entlieben. Schließlich ist er zu Größerem geboren, als sich Sorgen aufzuhalsen. Mann ist eben, was man ist. Das sogenannte Größere, für das er sich entscheidet ... nunja, lesen Sie einfach, was Tristan widerfährt. Dem Sog der Karriere ist schwer zu entsagen.

Der Erzählstil ist leidenschaftlich,
die Figuren gut geführt, das Ambiente und Setting bestens ausgeführt. Interessant der Wechsel der Erzählstimme, je nachdem, ob die Szene im knallharten Geschäftsbereich von Tristan spielt oder im privaten. Sobald es privat wird, nimmt der Leser den Durst nach Liebe wahr, der Autor greift zu einer romantischen Sprachmelodie, üppig, ausladend.
Technisch gab es einige Probleme, die der Autor mittlerweile behoben hat, wie ich informiert wurde. Ich war beeindruckt von dieser modernen „griechischen“ Tragödie und auch bedrückt vom Zeitgeist, in dem wir alle leben müssen.

Elsa Rieger


Leseprobe hier im SALON  
    

Über den Autor


Paul Sandmann ist Dauer-Reisender, Träumer, Liebhaber klassischer Musik und der bildenden Künste. Er schreibt seitdem er zwölf Jahre alt ist und liest seiner Freundin seit wenigen Monaten seine Geschichten vor. An dem vorliegenden Roman hat er sechs Jahre gearbeitet.
Paul Sandmann ist gefühlte dreiunddreißig Jahre alt.


Paul Sandmann, Tristan. Verlag epubli

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