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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

30. November 2013

Elle Marc, Zentauren küssen anders



Ein Unfall machte ihn zu dem, der er heute ist: verletzt, verbittert, einsam.
Er hat nur noch einen Wunsch: ein Leben in Freiheit, in den Wäldern, fernab der Zivilisation.
Als der Tierarzt Eric Ehrenthal die Fähigkeit erwirbt, sich in einen Zentauren zu verwandeln, sieht er sich am Ziel seiner Träume.
Gäbe es da nicht das weibliche Geschlecht, das der impotente Mann plötzlich wie magisch anzieht...

Ein HARFE-Roman. Humor.Action.Romantik.Fantasy.Erotik.


Leseprobe

Prolog

Seit Stunden sitzt er hier und ringt mit der Kälte, die von den eingeschlafenen Füßen bis zu den Oberschenkeln gekrochen ist und ein Gefühl der Blutleere hinterlässt. Die klammen Finger kleben am Fernglas, das in seinem Schoß ruht und das er ab und zu hebt, um die Lichtung abzusuchen. Nebelschwaden bilden sich, obwohl erst September ist. Tagsüber hatte es geregnet, aber am Abend konnte er doch noch auf die Jagd gehen. Die faulenden nassen Blätter haben den Boden in eine Rutschbahn verwandelt. Seine Schritte sind schon lange nicht mehr so sicher wie früher. Vielleicht wird er langsam zu alt für dieses Geschäft. Da! Vor Schreck fährt er zusammen und fast wäre ihm ein Laut entglitten als er einen Schatten wahrnimmt. Hatte sich dort nicht eben etwas bewegt? Er nimmt das Fernglas wieder hoch, hält den Atem an. Ja, dort hinten im Schutz des Waldes bewegt sich etwas auf vier Beinen. Voller Vorfreude riecht er schon den saftigen Braten, von seiner Frau liebevoll zubereitet. Der Duft nach Rosmarin und Preiselbeeren lässt ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen. Behände tastet die freie Hand nach dem Gewehr, die andere senkt das Fernglas im Zeitlupentempo. Er legt an und schaut durchs Fernrohr. Sieht zwei schimmernde Kugeln, die ihn anstarren und eine Sekunde später einen gewaltigen Körper im Nebel verschwinden. Plötzlich ist ihm mulmig zumute. Diese Augen waren keine Unbekannten. Sie erinnern ihn an ein längst vergessenes, verdrängtes Versprechen. Vergeblich sucht er minutenlang den Waldrand in beide Richtungen ab. Konnte es sein? Oder hatte ihm seine Fantasie einen Streich gespielt? Konnte er es sein? Irritiert schüttelt er den Kopf. Ein Rascheln hinter ihm unterbricht seine Gedanken. Nein, es ist unter ihm. Unterhalb des Hochsitzes. Seine Nackenhaare stellen sich auf.
Ein „Verdammt“ huscht über seine Lippen, wieso hat er den Hund nicht mitgenommen? Da knackt es laut und der Jägersteig wankt. Er schnellt hoch, doch seine Füße wollen ihn nicht tragen. Er greift nach dem rauen Geländer, spürt kaum seine Finger. Der Hochsitz neigt sich immer weiter zur Seite. Seine alten Knochen halten sich steif aufrecht, während die Knöchel seiner Finger das Holz eisern umklammern. Er kippt immer weiter in die Waagrechte und reißt sich die Hand auf. Dann geht alles sehr schnell. Er hört das Geräusch eines umstürzenden Baumes während sein Blick sich in der fallenden Dunkelheit verliert. Ein letztes Knacken vernimmt er ganz nah bei sich. Oder war es in ihm? Ein „Es ist soweit“ dringt an sein Ohr, dann wird es Nacht.

Kapitel 1

Eric drehte den Wasserregler unerbittlich in die rote Richtung. Er brüllte wie ein Eisbär in den heißen Quellen Islands, fing aber an zu lachen, weil es ihm Spaß machte, seinen Körper nach einer durchwachten Nacht zu neuem Leben zu erwecken. Er nahm sich Shampoo aus dem Spender und massierte sein ausgedünntes helles Haar. Wohin auch immer sich seine Haare in den letzten Monaten verkrümelt hatten, sie sollten sich zum Teufel scheren. Er stellte das Wasser ab. Aus dem Duschgel, das in einem Körbchen an der Seite stand, drückte er mühsam eine haselnussgroße Menge heraus bis es ihm aus der Hand flutschte.
„Verflucht nochmal“, knurrte er. Mürrisch seifte er sich mit dem wenigen Waschmittel ein und scheuerte darum ausgiebiger mit einem brettharten Waschlappen über seine bleiche Haut als wäre sie durch den Hitzeschock nicht schon rot genug. Er bückte sich nach dem Duschgel und streckte dabei sein steifes rechtes Bein aus der Duschwanne. Als seine Finger den Plastikbehälter berührten, verlor er das Gleichgewicht, schlug mit der Wange gegen das Körbchen und mit dem Ellbogen an den Wasserhahn. Sofort prasselte ein eiskalter Schauer auf ihn nieder, der seinen Atem stocken und sein Herz stolpern ließ. „Dieses verflucht verfluchte Bein“, würgte er aus einem Zustand, den man als schockgefroren bezeichnen konnte.
Beim Aufstehen öffnete er die Augen, schrie ein „Scheiße“ in den Brausestrahl, und presste eine zehntel Sekunde später die Lider fest aufeinander. Das Shampoo brannte höllisch. Wütend warf er das Duschgel in die Duschwanne, traf aber nur seinen linken Fußrücken. Er stöhnte.
Himmel, Arsch und Wolkenbruch! Jetzt ist es aber genug!
Blind tastete er nach dem Wasserhahn, um ihn ins Warme zu drehen. Nur zögernd erholten sich Herz und Lunge von dem Kälteschock und Eric keuchte ein „Was für ein Morgen“ an die nassen Fliesen, gegen die er seine Stirn gelehnt hatte.
Mit hochgezogenen Brauen betrachtete er sein Spiegelbild und überlegte beim Anblick der geröteten Augen und der aufgesprungenen Wange, ob es nicht besser wäre, gleich wieder ins Bett zu gehen. Schließlich zuckte er die Schultern und nuschelte: „Einem Krüppel kann das schon mal passieren.“

Eine Stunde später saß Eric in der Besprechungsrunde, die sein Vorgesetzter jeden Montagmorgen abhielt. Er gähnte verstohlen in seine Hand, während sich in seinem Gehirn nichts als leere Seifenblasen tummelten. Wieder einmal hatte er eine dieser schlaflosen Nächte hinter sich gebracht, die ihn seit einem Jahr aufsuchten und die sich nur dadurch von den anderen unterschied als sie im Bad ihren krönenden Abschluss gefunden hatte. Bleischwer war sein Wochenende an ihm vorbeigezogen genau wie die Regenwolken, die am Firmament festklebten. Seine Wange pochte unaufhörlich und er wusste, dass sich früher oder später im gleichen Takt pulsierend gnadenlose Kopfschmerzen einstellen würden. Es war nur eine Frage der Zeit. Aus weiter Ferne hörte er Dr. Huber wie er mit lauten Worten einen Artikel aus der Kronacher Tageszeitung vorlas.
„Jagdunfall oder Drohung? Bankdirektor endet im Rollstuhl. Als ihr Mann am Sonntagmorgen immer noch nicht von der Jagd zurückgekehrt war, verständigte die Ehefrau die Polizei. Nach mehrstündiger Suche wurde der Jäger unter einem zusammengebrochenen Hochsitz geborgen. Er war ansprechbar, aber reglos. Im Krankenhaus stellte man einen gebrochenen Halswirbel fest. Der Jäger wird nie mehr auf die Jagd gehen können. Weitere Ermittlungen der Polizei stehen noch aus.“
Stille. Beim Wort Rollstuhl spülte es Eric sein Frühstück den halben Weg vom Magen in die Speiseröhre hinauf. Er spürte wie die Säure die Schleimhaut verätzte, biss die Zähne zusammen und stemmte eine Faust gegen den Solarplexus.
Oh Gott. Nicht jetzt. Dieser Körper macht langsam was er will.
Die Mitarbeiter des Veterinäramtes standen in einer ausgedienten Küche beim Kaffee zusammen.
„Da ist doch was faul. Das schreit doch zum Himmel“, entfuhr es Dr. Huber. Eric würde es nie verstehen wieso sein Chef sich so künstlich aufregte. Was kümmerte ihn der Fischer? Es lag doch auf der Hand. Der Mann war alt und hatte im Wald nichts mehr zu suchen.
„Ist schon seltsam“, murmelte er nachdem er einen tiefen Atemzug genommen hatte, darauf bedacht, die richtigen Worte zu finden, „aber wer so alt ist wie der Fischer sollte nicht mehr auf die Jagd gehen.“
„Ein Jäger ist nie zu alt für seine Leidenschaft.“ Der empörte Ausruf des Veterinärdirektors ließ Eric einen Schritt zurücktaumeln.
„Herr Kollege, ein Amtstierarzt sollte immer auch etwas von der Jagd verstehen, begreifen Sie das endlich. Übrigens, es beginnt ein neuer Kurs. Werden Sie uns beehren?“
Das hämische Grinsen seines Vorgesetzten brachte ihn normalerweise immer auf die Palme, doch heute hatte ihn die Magensäure fest im Griff. Das einzige, was ihm einfiel war: „Sie wissen doch, mir fehlt die Leidenschaft.“
Er kann es einfach nicht lassen.
Unterdrücktes Lachen machte sich unter den anderen Männern breit, die Dr. Hubers Sticheleien gegen ihn gewohnt waren.
„Liegt noch etwas an?“, fragte Eric mit starrem Gesicht und geballten Fäusten, die er hinter seinem Allerwertesten verbarg. Seine Laune befand sich sowieso schon zwischen den Karteileichen eines Begräbnisinstituts.
„Haben Sie es heute eilig?“ Dr. Huber taxierte ihn und schmunzelte. „Auf meinem Schreibtisch liegt eine Beschwerde. Da müssten wir heute noch hin.“
Eric drehte sich missmutig um. Wenn der Chef von „wir“ sprach, meinte er im Allgemeinen, dass er die unliebsamen Arbeiten an ihn delegierte. Seine ungleichmäßigen Schritte hallten den Gang entlang, doch nicht laut genug, um die Sätze, die er nicht hören sollte, zu übertönen: „Finden Sie es richtig, ihn allein dort hinzuschicken?“ und „Er sagt doch immer, wir sollen ihn nicht behandeln wie ein rohes Ei.“ Es war nicht neu, dass die Kollegen in seiner Abwesenheit über ihn redeten und eigentlich war es ihm auch egal. Und dennoch, heute verhärteten sich seine Lippen unwillkürlich zu einem schmalen Strich. Es war erschütternd, festzustellen, dass sie noch nicht einmal den Anstand besaßen, zu warten bis er die Tür hinter sich geschlossen hatte.
„Guten Morgen, Eric.“ Hanne Langs fröhliche Stimme zog seinen Blick auf die Sekretärin.
„Guten Morgen, Sonnenschein.“ Er seufzte laut und wandte den Kopf in Richtung Küche: „Er ist heute wieder gut drauf.“
„Kein Wunder. So ist er immer, wenn es um die Jägerlein geht.“
„Meine Nerven.“
„Oh Gott, Eric, wie siehst du denn aus?“, rief sie plötzlich erschrocken.
„Frag nicht!“
Hanne zog die Augenbrauen bedenklich in die Höhe und Eric sah sich genötigt, seine morgendliche Duscheskapade zum Besten zu geben.
Hanne schüttelte nur den Kopf bevor sie das Thema wieder wechselte: „Wie lange bist du jetzt schon hier?“
„Drei Jahre.“
„Also langsam müsstest du wissen wie er tickt.“
„Du meinst, es müsste endlich abfärben?“
Eric überlegte kurz wie es sein würde, jeden Tag von acht bis fünf im Büro zu sitzen, um anschließend zuhause sein Tagwerk zu vollenden. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Noch zweiunddreißig Jahre lang. Und stieß ein „Nie im Leben“ aus.
Lieber Gott, bewahre mich vor diesem Schicksal!
„Dein Wochenende war wohl nicht allererste Sahne?“
„Eher wie saure Milch.“
„Was war es diesmal?“
„Der Rücken.“
„Wann warst du das letzte Mal beim Arzt?“
„Keine Ahnung.“
Hanne zog die Stirn in Falten und wartete.
„Du weißt doch, ich hasse Ärzte.“
„Das war nicht immer so.“ Hanne schaute ihn mit zusammengekniffenen Augen an, was wohl streng wirken sollte, und schüttelte den Kopf.
„Alles Kurpfuscher“, entgegnete er.
„Hol dir wenigstens Deine Unterlagen bei ihr.“
Eric schüttelte den Kopf, steuerte zum Schreibtisch vom Chef und nahm ein Blatt Papier hoch, das nach einem Fax aussah.
„Du bist verantwortungslos!“
„Ich bin Veterinär.“
„Da! Da sind die ersten Anzeichen!“ Hanne lachte.
„Oh Mann, ich geh jetzt.“
„Bis nachher. Vergiss die Proben nicht.“
„Auch das noch“, brummte er und flüchtete in sein Büro.

In seinem Zimmer öffnete er das quietschende alte Holzfenster und die neblige Morgenluft waberte in den angestauten Mief des Wochenendes. Die eingegangenen E-Mails überflog er kurz, um sie dann eiskalt zu löschen. Sein Blick fiel auf das Papier, das vor ihm lag. Eine anonyme Tierschutzanzeige. „Abgemagerte Pferde, Misthaufen, kein Wasser, kein Strom, verwahrlost, bla bla bla...“ Streit zwischen Nachbarn. Das leidige Thema.
Mühsam konzentriert und nicht ohne schlechtes Gewissen wandte er sich den Aktenvermerken zu, die er noch schreiben musste. Fälle der vergangenen Woche, an die er sich nur vage erinnerte. Seine Finger huschten wie von Geisterhand über die Tasten. Bei den letzten Zeilen klingelte das Handy an seiner Brust und ließ ihn zusammenzucken. Die ruckartige Bewegung brachte ihm einen bohrenden Stich im Rücken ein und er vergaß, dass er die grüne Taste längst gedrückt hatte.
„Aaaahh! Halleluja! Ehrenthal.“ Stille am anderen Ende. „Ehrenthal, hallo?“
„Hallo Eric. Hier ist Bernd. Erinnerst du dich?“
Wer zum Teufel?
Er hielt inne. Ein flaues Gefühl breitete sich in seinem Magen aus. Eric erkannte die Stimme, zögerte aber noch mit der Antwort. Wie kam Bernd an seine Nummer?
Leise antwortete er: „Klar. Wie geht es dir?“
„Soweit ganz gut. Ich dachte schon, ich hätte die falsche Nummer gewählt. Kirchenamt oder so.“ Bernd kicherte albern in den Hörer. Eric blieb stumm.
„Hör zu“, begann Bernd.
Was sollte ich sonst tun?
„Da es so aussieht als wäre ich zurück, wollte ich dich auf ein gemütliches Bier einladen?“
Eric atmete hörbar ein und entrang sich ein unschlüssiges „Ich weiß nicht.“ Er machte sich nicht mehr die Mühe, seine Abneigung gegen Gesellschaft zu überspielen. Wie er es hasste, überrumpelt zu werden. Wenn ihn doch alle nur in Ruhe ließen. Allerdings tat Bernd ihm Leid, jetzt wo sein Vater im Rollstuhl saß.
„Der alten Zeiten wegen, komm schon. Wie wäre es am Donnerstag?“
Erics Gedanken zogen sich wie Kaugummi. Wo zum Henker blieb die geniale Ausrede? Auch das noch. Nach der Arbeit würde er als Erstes zur Apotheke fahren und Vitaminpillen besorgen. Ein Versuch konnte schließlich nicht schaden, um die grauen Gehirnzellen wieder in Schwung zu bringen. Zu guter Letzt gab er sich geschlagen und murrte ein: „Na gut...und Bernd...das mit deinem Vater tut mir Leid.“
„Der alte Herr sieht ganz schön mitgenommen aus. Der Schreck steckt ihm wohl noch in den Gliedern. Aber über deinen Besuch würde er sich sicher freuen.“
Wollte Bernd wirklich, dass er seinen Vater besuchte? Er hatte den alten Fischer noch gut in Erinnerung: herrschsüchtig, geachtet, gefürchtet, geizig. Ein Patriarch, der das Leben seiner Familie und der Mitarbeiter in der Bank mit eiserner Hand regierte.
„Er wird gar nicht mehr wissen wer ich bin.“
„Sei nicht albern. Du gehörst praktisch zur Familie. Wollen wir uns im Alcazar treffen? Wie früher?“
Bernd ließ einfach nicht locker und Eric raunte ein „Okay. Am Donnerstag um sieben?“ in den Hörer.
„Supi. Bis dann, Alter“, frohlockte Bernd am anderen Ende der Leitung.
Mir bleibt wirklich nichts erspart! (...)


Rezension hier im SALON

Die Autorin
Ich wurde 1968 im Frankenwald geboren, einem herb-romantischen Flecken Erde im nördlichen Bayern. Mein Herz schlägt noch heute für die wilde Schönheit der fränkischen Natur, auch wenn ich - durch Studium und Beruf umtriebig geworden – zurzeit mit meinen Lebensgefährten und meinen Tieren im Südwesten Deutschlands lebe.

Fasziniert und inspiriert von den Filmen „Twighlight“ und „Herr der Ringe“ – nun, ich mache keinen Hehl daraus - flogen mir die Ideen für meine erste Fantasy-Geschichte über den Tierarzt Eric, der sich in einen Zentauren verwandeln kann, nur so zu.
Sicherlich kam ich auf die Zentauren, weil sie in der Literatur eher wenig Beachtung finden, zumindest im Vergleich zu anderen Fantasiegestalten wie Vampiren, Werwölfen, Dämonen, Elfen oder Engeln. Nicht dass ich etwas gegen Vampire hätte, ganz im Gegenteil: ich liebe sie. Trotzdem überwog der Wunsch, den stark vernachlässigten Zentauren zu einem Auftritt auf der Bühne der Literatur zu verhelfen. Meine Leidenschaft für Pferde wurde mir sprichwörtlich in die Wiege gelegt.

Jetzt taucht natürlich ein ganz großes Fragezeichen auf: darf es ein solches Buch überhaupt geben? Eines, in dem Spannung, Liebe, Fantasy, Alltag, Humor, Romantik und Erotik miteinander verschmelzen? Die Antwort war schnell gefunden, denn es fanden sich weder Agenten noch Verlage, die sich darauf einlassen wollten. Ein solches Buch wäre schwer zu platzieren und es folge auch nicht dem heutigen Mainstream bekam ich zu hören. Jetzt hatte ich aber drei Jahre - neben meinem "normalen" Job - in dieses Buch investiert und weigerte mich, das so einfach hinzunehmen und schlicht aufzugeben. Bei kranken Tieren tue ich das ja auch nicht. Kurz und gut, ich gab dem Kind einen eigenen Namen und taufte meine Geschichte als HARFE-Roman. Das steht für Humor, Action, Romantik, Fantasy und Erotik. Was aber nicht heißen soll, dass es nicht schon ähnlich gestrickte Bücher gibt, die eben kurzerhand in ein Genre hineingepresst wurden.

Was mich über die Maßen begeisterte, war die Tatsache, dass ganz viele andere Autorinnen und Autoren den Weg über einen eigenen Verlag gegangen sind und ihre Bücher zuerst nur oder ausschließlich als E-Books herausgegeben haben. Das machte mir Mut, diesen Weg auch selbst zu gehen.


Elle Marc, Zentauren küssen anders

eBook und Taschenbuch bei Amazon

28. November 2013

27. November 2013

Nicholas Vega, Demor – einfach bösartig



100% Bosheit, der Rest Knochen: Als Oberfiesling hat es Lord Demor nicht leicht. Sechshundert Jahre und nie konnte er einen Helden töten. Schuld sind die Gesetze der Fantasie, in denen niedergeschrieben ist, dass das Gute stets triumphiert. Dabei gäbe sich Demor bereits mit der Weltherrschaft zufrieden. Was tun? Genau! Die Geschichte muss neu geschrieben werden. Gemeinsam mit dem kopflosen Reiter, der Eisernen Jungfrau und einem tollpatschigen Ork rückt er Erzfeind Gabriel Syxpak auf den Blechpanzer, denn der strahlende Recke kennt das Versteck der Gesetze.

Eine phantastische Geschichte für heitere bis bewölkte Stimmung, von epischem Ausmaß und mit vier Bösewichten, die man einfach gut finden muss.


Rezension

Verblüffte Fragen, Augenreiben
waren meine ersten Reaktionen, als ich Demor aufschlug. Denn ich hatte mich lange gesträubt, dieses Buch aus dem Genre Fantastika mit Grusel zu lesen, da ich im Grunde keine Lust mehr auf solche Geschichten habe. Es gibt einfach zu viele davon, der eBook-Markt ist ziemlich gesättigt (so wie ich auch), aber dennoch sprießen diese Geschichten wie Unkraut weiter, finden durchaus auch geneigte Leser. Nur ich mag nimmer.

Aber dann, sehr schnell, begann ich leise zu Kichern,
schließlich laut zu lachen, denn was Nicholas Vega hier leistet, ist einfach herrlich erfrischend! Was für ein vergnüglicher Bösewicht! Geradezu Slapstickartig wird Demors Schicksal beschrieben. Auf seinem Weg raus aus den Höhlen trifft er den tapsigen Ork Bult, ein hässliches Geschöpf, aber eigentlich eine Seele von einem Monster. Als Demor, das Knochending von „großer Macht“, endlich die Erdoberfläche erreicht, begegnen ihm der kopflose Reiter und die eiserne Jungfrau, die ihn gleichfalls begleitet auf seinem Rachefeldzug gegen Sykpak (herrlich!) den strahlenden Helden, um ihm ein für alle Mal in seine Schranken zu weisen.

Misserfolge pflastern Demors Weg
Das macht ihn derart liebenswert, ich konnte einfach nicht genug davon kriegen.
Eine Heldenreise der besonderen Art: Komisch, klug, kraftvoll geschrieben, immer mit einem Augenzwinkern. So mag ich Dämonen, bezaubernd.

Originelle Charaktere
zeichnen die Geschichte aus, lebendig, mehrdimensional, keiner ist nur böse oder nur gut, man versteht die Beweggründe absolut. Antihelden, wie ich sie schätze.
Auch das Ambiente ist plastisch und detailreich, ein Vergnügen. Die Ideen sind wirklich einmalig köstliche, Metaphern gut eingesetzt, ich kann nichts Negatives über das Buch sagen.

Technische Ausführung und Cover,
beides gelungen, kaum Fehlerchen, die zu vernachlässigen sind. Das Cover leuchtet gefährlich, passt sehr gut.

Ich würde mir wünschen, dass sich viele Leser das Vergnügen gönnen, Demor, den Schröcklichen, zu begleiten. Vergnügte Empfehlung!

Elsa Rieger

  

Leseprobe hier im SALON




Der Autor
Nicholas Vega, Jahrgang 1977, flüchtete sich bereits seit Kindertagen in phantastische Welten. Schwert und Magie waren für ihn die verführerischen Mächte, der Hauch des Mystischen und das Gefühl von Abenteuer. Die Faszination für das Fantasy-Genre lässt ihn bis heute nicht los.
Neben einem Vollzeitjob, in dem er versucht die Welt zu retten, einer lieben Ehefrau, die seine »Macken« tapfer unterstützt, und zwei kleinen Rabauken, die ihrem Vater in vielen Dingen nacheifern, schreibt er Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Seit Juni 2012 wird er von einer wunderbaren Literaturagentur vertreten. Professionelles Self Publishing ist für ihn ein inspirierender Teil des Buchmarkts.

Nicholas Vega, Demor – einfach bösartig

eBook und Taschenbuch bei Amazon

25. November 2013

Christiane Suckert, Tausendundeine Stunde



Ein Schuss Ironie, eine kleine Prise Sarkasmus und ordentlich viel Humor, das sind die „Zutaten“ für diesen Roman. Auch wenn man das zu Beginn nicht glauben mag. Denn ehe Juliane, eine Frau Mitte vierzig, noch einmal durchstartet, setzt sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und die führt den Leser in die ehemalige DDR. Julianes Ehe stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Wie auch?
Schließlich wurde die Heirat mit Georg angeordnet. Mit dem Tod ihrer kleinen Tochter stirbt auch ihre Ehe. Aber das erkennt Juliane erst durch den Erhalt einer fehlgeleiteten E-Mail. Um auf eigenen Beinen stehen zu können, nimmt sie einen Job in einer Agentur für Erotikgespräche an. Damit betritt sie eine fremde Welt. Und sie bricht ein Tabu, denn sie verliebt sich in einen ihrer Kunden. In ihm glaubt sie einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Allerdings erweist er sich als Fehlbesetzung in einem Mehr-Akter.
Sie findet Trost und Halt bei ihren Freundinnen, die wie Juliane auch, auf der Suche nach dem Einen sind.  Dass dies nicht so einfach ist, zeigt sich an Doris. Denn die Freundin befürchtet, sich in einen Fetischisten verliebt zu haben. Juliane kommt indes zu der Erkenntnis, dass es einfacher ist, aus Götterspeise eine Skulptur zu meißeln, als den ewigen Zustand der Romantik beizubehalten. Das hält sie aber nicht davon ab, sich mit Flo einzulassen. Ist er der Eine?


Leseprobe

Das Smiley auf dem Monitor grinste. Gelb, breit, unverschämt. Georg hatte es aufgeklebt. Als Motivation. Manchmal konnte er nett sein. Und obwohl ich mich weder mit dem Computer und schon gar nicht mit dem Internet anfreunden wollte, machte ich mit Georg einen Crash-Kurs. Nun wusste ich, dass es sich bei RAM nicht um eine neue Boy-Group handelte. Oder, was ich kreativer fand, keine Abkürzung war für die Kreuzung eines russisch-amerikanischen Milch-Woll-Schweins. Georg machte mir auch klar, dass Byte nicht als neues Waschmittel erhältlich wäre. All dieses Wissen nutzte mir nichts. Ich hatte meine erste E-Mail erhalten und diese wollte ich öffnen. Aber so weit vorangeschritten war ich noch nicht. Ich rief Georg auf der Arbeit an. „Sag mal, wie öffne ich eine E-Mail?“, fragte ich zaghaft.
„Wozu musst du das ausgerechnet jetzt wissen? Das erkläre ich dir, wenn du eine Mail bekommen hast.“
„Aber ich habe eine bekommen und die will ich jetzt lesen!“
„Das ist sicher nur eine Begrüßungsmail von unserem Anbieter, also unwichtig. Geh mir da nicht alleine ran. Möglicherweise steckt auch ein Virus dahinter. Ich muss jetzt Schluss machen, bis heute Abend.“
Das war eine klare Anweisung. Ich sollte nicht alleine ran gehen, also klingelte ich bei Mike, dem Nachbarssohn. Kurze Zeit später weihte mich Mike in die wunderbare Welt der elektronischen Post ein. Höchst zufrieden saß ich vor dem Rechner und öffnete meine erste Mail. Mike saß neben mir. „Sie können nichts falsch machen, Frau Leonhardt. Der Rechner macht nur das, was Sie ihm sagen. Klicken Sie schon drauf“, ermutigte er mich.
Ich klickte und die Mail öffnete sich: „Hallo, Joe! Anbei die gewünschte Recherche. Bei Fragen rufe an. Liebe Grüße nach Berlin, Esther.“ Mike schaute mich an: „Sie heißen nicht Joe, oder?“ Ich schüttelte den Kopf. „Vielleicht hat mein Mann Recht und irgendjemand verschickt hier seine Viren. Ich sollte es löschen.“
„Das können Sie doch nicht machen. Wenn bei Ihnen im Briefkastenkasten ein Brief liegt, der für den Nachbarn bestimmt ist, werfen Sie ihn doch auch nicht weg, sondern bringen ihn hin. Ich denke, dass Joe Leonhardt eine ähnliche Adresse wie Sie hat. Vielleicht kommt ein Punkt dazwischen oder ein Minus. Wir probieren es zuerst mit dem Punkt“, entschied er.
Stolz schrieb ich meine erste E-Mail: „Guten Tag, Joe Leonhardt! Falls Sie eine Esther kennen, in Berlin leben und auf wichtige Informationen warten, dann kontaktieren Sie mich bitte. Ich habe eine Mail erhalten, die vermutlich für Sie bestimmt ist. Gruß, Juliane Leonhardt.“ Nun drückte ich auf „senden“. Obwohl das keine großartige Leistung war, fühlte ich mich wie ein Kind, das den ersten Schritt gewagt hatte.
Mike zeigte mir, wie man Mails weiterleitet und verabschiedete sich danach.
Kurz darauf kam Georg nach Hause. Wahrscheinlich hatte er wieder einen anstrengenden Arbeitstag gehabt. Er hatte diesen „Sprich-mich-nicht-an-Blick“. Ich stellte ihm das Abendessen hin und ließ ihn in Ruhe. Eine halbe Stunde später war er gesprächsbereit. „So, jetzt zeige ich dir schnell, wie man E-Mails öffnet.“ Ich lächelte nett und sagte ihm, dass Mike am Nachmittag ganz zufällig da war und dass er es mir erklärt hätte. Georg brubbelte irgendetwas Unverständliches vor sich hin, wahrscheinlich sah er sich seiner Chance beraubt, mich schulmeisterlich zu belehren. „Ich bin am Computer, ein bissel üben“, rief ich ihm zu und hoffte, dass dieser Joe geantwortet hatte. Das hatte er.
„Guten Abend, Namensvetterin! Ja, ja und ja. Ich kenne eine Esther, lebe in Berlin und warte dringend auf eine Recherche. Schicken Sie mir die Mail bitte zu? Herzlichen Dank, Joe Leonhardt.“
Ich nahm mir meine kurzen Notizen zur Weiterleitung einer Mail zur Hand und antwortete: „Hallo, Joe mit Punkt! Hier kommt, wie versprochen, die fehlgeleitete Nachricht. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit. Gruß, Juliane Leonhardt.“
Ja war ich noch zu retten? Spätestens mit dem Satz „Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit“ hatte ich signalisiert: So, jetzt haste deine Mail und nun lass mich in Ruhe. Also setzte ich ein PS darunter: „Wäre nett, wenn Sie mir ein kurzes Feedback geben, ob es mit der Weiterleitung der E-Mail geklappt hat.“ Und, damit er nicht glaubte, ich wollte um jeden Preis eine Antwort von ihm haben fügte ich noch hinzu: „Ich bin noch sehr unsicher im Umgang mit dem Internet. Deshalb würde es mich beruhigen, wenn Sie mir eine kurze Info rüberschicken könnten.“ Jetzt denkt er sich, dass ich ein Volldepp bin. Aber es war zu spät, ich hatte bereits auf Senden gedrückt. Endlich hatte sich in meinem Leben etwas ereignet. Eigentlich war es eine Bagatelle. Die Freude über diesen belanglosen Zwischenfall machte mir deutlich, dass mein Leben ziemlich trist war. Joe hatte zurückgeschrieben. „Danke, Juliane ohne Punkt. Hat alles bestens geklappt. Nun kann ich mich an die Arbeit machen. Dankende Grüße aus Berlin, Joe Leonhardt“
Wenige Tage später erhielt ich wieder eine E-Mail, die für Joe bestimmt war.
„Hallo Joe Punkt! Ich leite Ihnen eine E-Mail weiter, die erneut bei mir gelandet ist. Vielleicht ist es wieder eine Recherche, auf die Sie dringend warten. Sind Sie Journalist? Geben Sie mir ein Feedback? Will sicher sein, dass Sie die Mail erhalten haben. Gruß, Juliane ohne Punkt.“
Er antwortete prompt. „Ein freundliches Hallo aus Berlin und vielen Dank. Kein Journalist. Ghostwriter. Grüße, Joe“
„Hallo Joe“, schrieb ich sofort zurück „ da haben wir also nicht nur den selben Familiennamen, wir teilen auch dieselbe Begabung. War lange Zeit Freiberuflerin für die Presse. Hatte eine eigene Kolumne als Stadtreporterin. Interviews, Reportagen und so. War eine schöne Zeit. Gruß, Juliane“
Er schrieb gleich zurück. „Was ist passiert? Sind Ihnen die Einfälle ausgegangen? Sie schreiben es war eine schöne Zeit.“
Joe hatte nicht gegrüßt, also wartete er auf eine Antwort. Das Ganze fing an, mir riesigen Spaß zu machen.
„Einfälle hatte ich genug, aber irgendwie habe ich mich nach dem Fall der Mauer zurückgezogen. Das ist eine lange Geschichte. Vielleicht ergibt sich ja einmal die Gelegenheit und wir treffen uns auf eine Tasse Kaffee, dann erzähle ich sie Ihnen. Sind Sie eigentlich ein akademischer Geisterschreiber?“
Auch ich grüßte nicht und wartete ungeduldig auf seine Beantwortung.
„Das mit der Tasse Kaffee lässt sich bestimmt einmal einrichten. Nein, ich bin kein akademischer Ghostwriter. Ich schreibe Grußreden, letztens wieder einmal eine Laudatio zur Ehrung eines Schauspielers, so was eben.“
„Das stelle ich mir interessant vor. Wie sind Sie denn zu diesem Beruf gekommen?“
„Meine Freundin Esther hat mich drauf gebracht, sie unterstützt mich auch hin und wieder beim Aufspüren interessanter Aufträge.“
„Grüßen Sie unbekannter Weise Esther. Wenn Sie nicht vergessen hätte, den Punkt zu setzen, hätte ich Sie nicht kennen gelernt. Oder reagiert sie dann eifersüchtig? Ich meine, weil Sie mit fremden Frauen mailen.“ Kaum, dass ich es gesendet hatte, ärgerte ich mich darüber. Denn obwohl ich ein Hintertürchen genutzt hatte, lag es auf der Hand. Ich wollte wissen, ob er in einer Beziehung lebte.
Joe hatte meine Frage verstanden und schrieb zurück: „Esther ist eine Freundin, nicht meine Partnerin. Außerdem: Finden Sie, dass ein harmloser Gedankenaustausch ein Grund für Eifersucht ist?“
Der Mann schien gesunde Ansichten zu haben. Ich antwortete ihm, dass es für meinen Mann Grund genug wäre, mir Vorhaltungen zu machen und aus diesem Grund würde ich es ihm gar nicht erst erzählen.
„Hm“, schrieb Joe zurück: „Menschen, die einander festhalten sind Gefangene. Menschen, die loslassen können sind Liebende. Ich lasse mich nicht einengen, denn das führt bei mir unweigerlich zu einem Fiasko. Aber das muss bei Ihnen ja nicht zwangsläufig auch so ein. Sind Sie denn glücklich in Ihrer Ehe?“
Jetzt fing es an, interessant zu werden. Entwickelte sich hier ein Flirt? Ich schrieb „Nein, ich wurde zwangsverheiratet“ zurück. Darauf musste er reagieren.
„Sind Sie Muslimin?“
Ich schmunzelte und schrieb ein ihm ein kurzes „Nein“ zurück.
„Eine andere Erklärung finde ich nicht. Bitte um Aufklärung.“
Jetzt hatte ich ihn. „Dazu fehlt mir im Moment die Zeit, habe gleich einen dringenden Termin. Ein anderes Mal, ja? Liebe Grüße aus dem nahegelegenen Cottbus, Juliane“
Joe schickte mir ein Smiley mit herabhängenden Mundwinkeln und setzte „schade“ dazu. Ich fühlte mich in meine Zeit als Teenager zurückversetzt. Das tat mir gut.

Ich hatte lediglich mit meinem Kleiderschrank einen Termin. Der musste ausgeräumt werden. Georg wollte unser Schlafzimmer renovieren. Als ich den Haufen Sachen auf meinem Bett liegen sah, kam ich zu der festen Überzeugung, dass ich in meinem früheren Leben eine Maus war. All meine Kleidung war in Grau- oder Brauntönen gehalten. Ein Blick in meine Schublade für die Unterwäsche, in der sich etwa drei Dutzend Baumwollschlüpfer, hüfthoch, mit und ohne Blümchen, stapelten und ein weiterer Blick in den Spiegel holten mich in die Realität zurück. Was ich sah, gefiel mir gar nicht. Seit zwanzig Jahren trug ich die gleiche langweilige Frisur. In meinem Kosmetikschrank befanden sich weder Lippenstift, noch Wimperntusche und auch kein Rouge.

Georg saß relaxt im Sessel und las seinen Sportbericht.
„Sag mal, findest du mich langweilig?“
Er schaute kurz zu mir hoch und kräuselte die Stirn. „Wieso?“
„Gefällt es dir, wie ich angezogen bin?“
Er nahm mich flüchtig in Augenschein: „Du bist angezogen wie immer.“
„Eben“, sagte ich etwas gereizt. „Und was ist mit den Haaren?“
„Was soll damit sein? Sei froh dass du noch welche hast.“
Ich war verärgert. Offensichtlich hatte sich Georg an mich ebenso gewöhnt wie an seinen blöden Sessel, der weder vom Stil noch von der Farbe in unser Wohnzimmer passte. „Ich bin am Computer“, sagte ich und ging.
Georg nickte. (...)


Rezension folgt...



Die Autorin
Christiane Suckert wurde 1953 in Berlin geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Seit 2002 lebt sie in Bayern. 

Dass das Schreiben eine abenteuerliche Begebenheit sein kann, entdeckte sie bereits als Kind.  Denn ihre Mutter arbeitete als freischaffende Journalistin und nahm ihre Tochter gelegentlich
mit, wenn sie Interviews mit interessanten Menschen führte. Später, als junge Frau, trat sie in  die Fußstapfen ihrer Mutter und arbeitete als Korrespondentin für ihre Tageszeitung. Ihre berufliche Entwicklung war vielschichtig: Redakteurin, Sekretärin, Köchin, Putzfrau, um einige Stationen zu nennen. Dem Schreiben aber blieb sie treu. So schrieb sie u.a. Kolumnen, Reportagen, Porträts und in jüngster Zeit für das Online-Magazin Suite.101.

„Tausendundeine Stunde“ ist ihr erster Roman.


Christiane Suckert, Tausendundeine Stunde

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